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Dienstwagen nach Wahl:Darf's ein bisschen größer sein?

Fachkräfte verschiedenster Branchen werden inzwischen deutschlandweit händeringend gesucht. Personalchefs legen daher immer häufiger zum ordentlichen Einstiegsgehalt noch einen weiteren Köder aus: einen Dienstwagen der Extraklasse.

Dass Firmenwagen in vielen Unternehmen automobile Statussymbole sind, die den "Marktwert" des Mitarbeiters zum Ausdruck bringen, ist ja kein neues Phänomen. In zahlreichen mittelständischen und nahezu allen größeren Unternehmen gibt es eine Dienstwagenverordnung, die genau regelt, auf welcher Sprosse der Hierarchieleiter Anspruch auf ein auf Firmenkosten geleastes Fahrzeug besteht und wie groß und teuer dieses ausfallen darf.

Dienstwagen nach Wahl

Größer, aber sauberer soll er sein

In der Regel darf die Führungsmannschaft eines größeren Unternehmens aus der Modelpalette der deutschen Premiumhersteller wählen, während sich Angestellte ohne leitende Positionen zumeist mit einem Mittelklässler der Marken Volkswagen, Opel oder Ford zufrieden geben müssen.

Doch wenn es um die Rekrutierung gefragter Fachkräfte geht, geben sich Unternehmen zunehmend freigiebig, stellen Flottendienstleister allenthalben fest. Die dürfen einen prestigeträchtigen Firmenwagen fahren, auch wenn sie sich noch längst nicht in eine leitende Funktion hochgearbeitet haben.

"Wir beobachten diesen Trend in verschiedenen Branchen, zum Beispiel bei IT-Unternehmen, bei Beratungsfirmen, Wirtschaftsprüfern und Finanzdienstleistern, aber auch in der Pharma-Industrie", sagt Gunter Glück, Leiter der Kundenbetreuung beim Fuhrparkmanagementunternehmen LeasePlan Deutschland.

In diesen Branchen, weiß Glück, sind die Dienstwagenverordnungen ohnehin schon großzügiger als anderswo. Hier gibt es keinen standarisierten Fuhrpark, der ein bestimmtes Fabrikat vorgibt, weil das Unternehmen als Großabnehmer besonders günstige Rabatte bekommt. Hier dürfen Mitarbeiter aus einer breiten Automobil-Palette wählen und sich das Wunschauto - in gewissen Grenzen - individuell konfigurieren, wenn es um Marke, Motorleistung und Ausstattungsdetails geht.

Zumindest im Hinblick auf Marken hält sich die Individualität allerdings in Grenzen. Nach Importmodellen verlangen die wenigsten der privilegierten Arbeitnehmer. Zumeist richtet sich ihr Begehren auf ein Fahrzeug Ingolstädter, Münchner oder Stuttgarter Provenienz. "Gerade Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, geeignetes Fachpersonal zu rekrutieren, achten deshalb darauf, mindestens zwei deutsche Premiummarken zur Wahl zur stellen", so Fuhrparkprofi Glück.

Obwohl die Flottenkosten ständig steigen, ist ein Downsizing des Fuhrparks - zumindest bei einem Teil der Unternehmen - kein Thema, das die Dienstwagenverantwortlichen und die Controller umtreibt.

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