Kult-Auto Citroën C2 Der bekennende Hippie ist erwachsen geworden

Fast jedes Wochenende hätten sich die Enten-Enthusiasten irgendwo getroffen, um ihre neuesten Errungenschaften und Basteleien vorzustellen. Enten als Pick-up. Enten als Geländeauto, Enten mit Allrad und zwei Motoren ("Sahara-Ente"). Auch Franz konnte bei solchen Treffen auftrumpfen. Mit seinem selbst gebastelten Enten-Wohnmobil fuhr er sechs Wochen durch Europa. "Es passte alles rein", versichert der Bastler und zeigt zum Beweis zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos, auf der eine Ente mit eingebautem Bett zu sehen ist. Die wichtigsten Gepäckstücke: Ersatzteile. "Ich hatte immer eine zusätzliche Antriebswelle dabei, außerdem eine Lichtmaschine und eine Zündspule. Irgendwann weiß man, an welchen Dingen es hapert."

Trotz aller Vorsätze ist der bekennende Hippie inzwischen erwachsen geworden. Die Haare sind grau und reichen nur noch bis kurz unters Ohr. Unter dem Pullover trägt er ein Hemd. Wenn er heute zu Treffen der Entenfans in aller Welt fährt, dann ohne Zelt und ohne Bierdose. "Diese Zeiten liegen hinter mir", sagt Franz. "Das war als Student ganz lustig, aber inzwischen freue ich mich, wenn ich abends ins Hotel komme und in einem richtigen Bett schlafen kann."

42 Jahre

lang lief der 2 CV bei Citroën vom Band. Entwickelt wurde der Kleinwagen bereits Ende der Dreißigerjahre. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Prototypen jedoch wieder demontiert und versteckt, damit sie den deutschen Besatzern nicht in die Hände fielen. 1948 kam das Auto dann auf den Markt.

In seiner Firma beschäftigt der Herr der Enten fünf Karosseriebauer, während er privat mit einer ehemaligen Kundin verheiratet ist. Seine Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne, bekamen zum 18. Geburtstag jeweils eine Ente geschenkt. Franz grinst. "Nicht alle waren am Anfang begeistert, aber inzwischen ist der Funke übergesprungen." Eine seiner Töchter arbeite zurzeit sogar an ihrem eigenen Projekt, einer schrottreifen Ente, die wieder auf Vordermann gebracht wird.

Eine Traum-Ente hat Franz noch nicht gehabt

Natürlich geht Franz auch selbst auf Entenjagd. Seine neueste Errungenschaft: ein 2 CV-Lieferwagen der französischen Post. Komplett lackiert und aufgemöbelt sieht das Auto aus, fast so, als komme es frisch aus dem Museum. Sogar die Postaufkleber hat er in Handarbeit nachgemacht. Franz nickt zufrieden. "Ich hatte Glück, weil ich das Auto in einem guten Zustand bekommen habe. Die Post hat damit ja nur Pakete durch die Gegend gefahren."

Also alles bestens in Entenhausen? Nicht ganz. So hat Franz längst nicht alle Ausführungen besessen, die der Oldiemarkt hergibt. "Eine Sahara-Ente wäre toll", meint er. "Davon träumt jeder Entenfan." Zum anderen stellt sich mittlerweile die Frage, wer das Geschäft übernimmt, wenn er sich zur Ruhe setzt. Einen Nachfolger hat er bislang nicht gefunden; junge Kfz-Mechatroniker interessierten sich kaum für ein Fahrzeug, das nicht einmal mehr gebaut wurde, als sie auf die Welt kamen. Franz ist trotzdem optimistisch, dass er irgendwann doch noch fündig wird. "Ich mache einfach erst mal weiter. Ich bin sowieso nicht der Typ, der zu Hause den Garten macht."

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