Autokauf:(Ver)schweigen ist Gold

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"Selbstverständlich weisen wir bei jedem verkauften Fahrzeug im Kaufvertrag darauf hin, ob es einen Unfall hatte oder nicht", sagt ein altgedienter Autohändler aus dem Ruhrgebiet. Geht es aber um die Höhe des Schadens, wird das ganze schon undurchsichtiger. "Oftmals wissen wir die genaue Schadenshöhe gar nicht und können sie im Vertrag deswegen auch nicht vermerken", erklärt er weiter.

Genau darauf sollte man jedoch Wert legen. Kein ordnungsgemäß abgewickelter Unfall ohne Gutachten - und wenn immer möglich sollte es auch vorliegen. Falls das nicht mehr möglich ist, soll der Händler zumindest die genaue Schadenshöhe und die ausgewechselten Teile im Kaufvertrag benennen.

Autokauf ohne Gewährleistung gibt es nur noch von Privat an Privat. Wer seinen neuen fahrbaren Untersatz bei einem Händler ersteht, hat Anspruch auf die gesetzliche Gewährleistung von ein bis zwei Jahren. Ein Ausschluss seitens des Verkäufers ist schlicht unrechtmäßig.

Ebenso sollte man sich ein älteres Auto nicht mit dem Hinweis andrehen lassen, es sei ein "Bastlerauto". Und auf eine Probefahrt sollte man gerade bei älteren Autos nie verzichten. Ein kundiger Bekannter ist gut, ein Abstecher zu einer Prüforganisation wie Dekra, ADAC oder TÜV noch besser. Eine Untersuchung dort deckt die meisten versteckten Mängel auf und beruhigt vor der nächsten Urlaubsfahrt das Gewissen.

Immer wichtig: Es gibt keine dummen Fragen. Was man nicht weiß, sollte man erfragen - und zwar ohne jede Hemmung.

Wilde Versprechungen des Händlers sollte man sich im Kaufvertrag schriftlich bestätigen lassen. Muckt der Händler dagegen, liegt aller Voraussicht was im Argen - und man sollte einen Händler weiter sein Glück versuchen.

Feilschen kann man gerade in der heutigen Zeit, bis der Arzt kommt. Die Gebrauchtwagenplätze stehen voll. Auch das sollte man bei aller Begeisterung für ein Auto stets im Hinterkopf behalten.

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