Autobahnmaut Fahren nach Zahlen

Die Pläne für eine Autobahnmaut sind ein Dauerbrenner der Politik. Ob sich der Aufwand lohnt, ist fraglich.

Von Joachim Becker

Maut geht immer. In keiner Diskussion über Steuererhöhungen fehlt dieser Klassiker des "Polit-Theaters" (ADAC). Das Reizwort genügt, um zuverlässig Tumult im Publikum auszulösen. Die Folgen sind bekannt: Der ADAC schlägt Alarm und übt sich in Politikerschelte. Und die Zuschauer, erregt ob drohender Mehrkosten, klatschen sich vor Vergnügen auf die Schenkel.

In Deutschland hat man bisher nur mit der Lkw-Maut Erfahrungen gesammelt. Frankreich, Italien und sogar London sind da schon weiter.

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Im April war es wieder so weit: Der Vorschlag des Umweltbundesamtes (UBA) zur Einführung einer flächendeckenden Pkw-Maut in Deutschland sei ungerecht und unsozial, wetterte Europas größter Automobilclub: "Auf die Autofahrer kämen jährliche Zusatzkosten von mehreren hundert Euro zu, sollte dieser abenteuerliche Vorschlag verwirklicht werden", zürnte ADAC-Präsident Peter Meyer.

Schon 2006 hatte der Club Mautforderungen der CSU als "unausgegorenes Provinzgeschwafel" bezeichnet. Die Argumente sind dieselben geblieben: Die maximal fünf Prozent ausländischer Autofahrer würden über eine Vignette höchstens 150 Millionen Euro einbringen, rechnete der ADAC damals vor.

Dem stünden anteilige Kosten von 300 Millionen Euro für Inkasso, Streckenkontrolle und Verwaltung gegenüber. Der Versuch, unsere europäischen Nachbarn auf den Transitautobahnen abzukassieren, sei letztlich ein Verlustgeschäft. Auch 2010 weist der ADAC auf die hohen Erhebungs- und Kontrollkosten eines bundesweiten Pkw-Mautsystems hin, die mindestens 20 Prozent der Einnahmen auffressen würden.

Die Gebühr soll's richten

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