Weltall Ein Blick in die Mitte unserer Galaxie

Auf dem vom Hubble-Teleskop aufgenommenen Bild des Zentrums der Milchstraße sieht man sowohl die älteren Sterne (rot) als auch die jüngeren (blau).

(Foto: NASA, ESA, and T. Brown (STScI))

Forscher haben im Zentrum der Milchstraße neben alten Sternen auch jüngere Exemplare beobachtet. Ein Hinweis darauf, wann diese Mitte einst entstand.

Von Jan Schwenkenbecher

Das Zentrum der Milchstraße galt lange Zeit als ein relativ ruhiger Ort. Lediglich die ältesten, sich nur langsam bewegenden Sterne unserer Galaxie vermuteten Astronomen dort. Jetzt hat ein Team internationaler Wissenschaftler allerdings entdeckt, dass sich dazwischen auch viele junge Sterne befinden, die sich schneller durchs All bewegen.

Sie liefern damit einen Hinweis auf die Frage, wann das 25 000 Lichtjahre von der Erde entfernte Zentrum unserer Galaxie eigentlich entstanden ist. Für ihre Analyse werteten die Forscher archivierte Daten von 10 000 sonnenähnlichen Sternen aus der Mitte der Milchstraße aus, die vom Hubble-Teleskop aufgezeichnet wurden.

Den Sternen so nah

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"Es gibt viele Theorien darüber, wie das Zentrum unserer Galaxie entstand", sagt Annalisa Calamida, eine der Forscherinnen in einer Mitteilung der Betreiber des Hubble-Teleskops. Das könne vor 13 Milliarden Jahren passiert sein, als die gesamte Galaxie entstand. Dann wären alle Sterne im Zentrum alt und würden sich ähnlich bewegen. Es könne sich aber auch erst später, nach und nach entwickelt haben. Dann wären einige der Sterne des Zentrums jünger.

Massereiche Sterne bewegen sich schneller und haben eine kürzere Lebensdauer als kleinere ältere Sterne. Auf Bildern des Hubble-Teleskops erscheinen sie blau, die alten, leichteren Sterne hingegen rot. Tatsächlich beobachteten die Forscher blaue Sterne, die sich doppelt so schnell bewegten wie alte Exemplare. "Die Sterne in unserer Studie zeigen Charakteristiken beider Modelle", so Calamida. "Deswegen kann unsere Analyse helfen, die Herkunft des Zentrums zu verstehen.