Wasser und Klimawandel Entwarnung für Indus und Ganges

Entgegen früheren Warnungen wird den Menschen am Indus und am Ganges bis 2100 das Wasser wohl nicht ausgehen - sagen Klimamodelle. Aber die Erkenntnisse sind durchwachsen.

Am Indus und am Ganges brauchen sich die Menschen für den Rest dieses Jahrhunderts keine gesteigerten Sorgen um Wasser für ihre Kehlen und Felder zu machen, wenn ein niederländisch-schweizerisches Forschungsteam recht behält.

Die Wissenschaftler um Walter Immerzeel von der Universität Utrecht haben die Gletscher am Oberlauf der Flüsse und die zu erwartenden Niederschläge mit spezialisierten Computermodellen simuliert. Demnach dürfte die gesamte Wassermenge entgegen früherer Warnungen noch bis 2100 ansteigen (Nature Geoscience, online).

Allerdings verschieben sich dabei die relativen Anteile von Regenwasser, vor allem im Monsun, und Schmelzwasser aus dem Himalaja auf komplizierte Weise gegeneinander.

Daher enthalten die Zahlen von Immerzeel und seinen Kollegen auch eine bittere Komponente.

Sie benutzen Projektionen von Klimamodellen, die einen massiven Rückgang der Gletscher in den Regionen Baltoro und Langtang zeigen; aus diesen Gebieten beziehen Indus und Ganges große Mengen Schmelzwasser. Darum steigt dessen Anteil zunächst an, aber nur bis 2044 oder 2065, je nachdem, welche Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre die Forscher zugrunde gelegt haben.

Danach sind die Gletscher so stark geschädigt, dass auch bei deutlich erhöhten Temperaturen immer weniger Schmelzwasser von der Bergen rinnt.

Ausgleichen kann das dann nur der Niederschlag, der im wärmeren Klima zunehmen soll. Niederschlag lässt sich aber in Klimamodellen nicht so gut vorausberechnen wie Temperaturen, daher sind die Zahlen unsicher; manche der Simulationen sehen auch stagnierende oder gar abnehmende Niederschläge voraus.