Deutschsprachige Singles bleiben offenbar lieber allein, als einen Kevin als Geliebten in Betracht zu ziehen. Wie der Vorname sich auf die Chance auswirkt, einen Partner zu finden.
Der Mensch trägt viele Hypotheken. Eine der möglichen Lasten, die einem von den Eltern mitgegeben werden, ist der Vorname. Tatsächlich fällt einiges im Leben schwerer, wenn ein Name wie Kevin, Justin, Chantal oder Jacqueline im Pass steht. Das haben nun Psychologen um Jochen Gebauer von der Humboldt-Universität Berlin abermals gezeigt (Social Psychological and Personality Science, online vorab).
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In manchen Fällen könnte ein Pseudonym hilfreich sein: Partnerwahl im Internet. (© dpa)
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Die Forscher untersuchten in einer Online-Dating-Plattform für den deutschsprachigen Raum, wie negativ besetzte Vornamen die Kontaktaufnahme erschweren. So bekamen zum Beispiel Männer, die Alexander heißen, 102 Prozent mehr Erstprofilaufrufe als solche, deren Name Kevin lautet. Weil den Nutzern der Datingseite sonst außer Alter und Wohnort keine weiteren Informationen zur Verfügung standen, wertet Gebauer die Ergebnisse als starken Hinweis auf die Nebenwirkungen negativ besetzter Vornamen. Deutschsprachige Singles blieben offenbar lieber allein, als einen Kevin als Partner in Betracht zu ziehen, resümieren die Psychologen. Die Namen werden vermutlich mit der Zugehörigkeit zu sozial schwachen Schichten assoziiert, in denen sie tatsächlich häufiger vergeben werden.
Die Namen, die von Gebauer als positiv oder negativ bewertet wurden, stammen aus einer Liste, die Julia Kube von der Universität Oldenburg 2009 Lehrern zur Beurteilung vorgelegt hatte. Damals zeigte sich, dass Lehrkräfte jene Kinder, die Mandy, Jacqueline, Chantal, Kevin, Justin oder Marvin heißen, eher als leistungsschwach und verhaltensauffällig einschätzten. Hannah, Charlotte, Marie, Jakob, Maximilian oder Alexander sind hingegen Namen, deren Trägern die Pädagogen positive Eigenschaften unterstellen - so wie nun auch Nutzer der Online-Datingseite.
Das Team um Gebauer untersuchte weitere Faktoren: Die Träger von als negativ empfundenen Namen hatten im Schnitt ein geringeres Selbstbewusstsein, waren häufiger Raucher und weniger gebildet. "Negative Namen provozieren schlechte zwischenmenschliche Erfahrungen, was letztlich das Leben dieser Menschen negativ beeinflusst", sagt Gebauer.
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(SZ vom 27.12.2011/beu)
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es ist völlig egal was manch ein Schnösel mit so einem Namen verbindet. Und wer (auch hier) das mal wieder witzig findet- der reiht sich ein in die Schlange derer -die der eigentliche Grund dafür sind-dass Namen einen solchen Schatten bekommen.
Eine Freundin hat einen Kevin geboren und dieser ist erfolgreich am Gymnasium.
Und ein naher Verwandter hat einen Justin- was mir Sorgen bereitete-da ich solch Witze und Statistiken kannte- und habe daraus gelernt-dass auch ich nicht frei von diesen Diskriminierungen durch Möchtegernintellektuelle bin-dies mit übernehme ausversehen.
Wie frei sind doch diese Menschen, die ihren Kindern Namen geben die sie schön finden- egal was andere denken oder die Gesellschaft vor sich hinschnöselt.
Und selbst wenn mal einer dieser Justins oder Kevins oder Chantals auffällig wird oder -wow- tatsächlich ADHS haben sollte- So What?
Muss ja nicht jeder so sein, wie die Möchtegernintellektuellen die Mitmenschen gern haben möchten.
Ich wette sowieso, dass die Wahrheit anders ausschaut: die Kevins und Chantals werden wahrscheinlich prozentual gesehen vielleicht ärmer sein (da reiche Möchtegernintellektuelle ja aus im Artikel beschriebenen Gründen ihre Kinder einfach nicht so taufen)- aber öfter eine Familie gründen und Kinder haben- die sie -ja genau: vielleicht sogar Marvin nennen.
Und sie sitzen an Weihnachten zusammen und lachen und herzen sich- während die Möchtegernintellektuellen immer öfter allein zuhause sind als Dauersingle oder Partner mit Hund- und Weihnachten mal in die Kneipe gehen zu den coolen Freunden, die ebenso cool und Hip aber eher einsam leben. Und dann darüber Witze machen, dass sich die Kevins so vermehren und solchen Menschen unterstellen, dass sie Schmarotzer sind, wenn sie mal paar Monate dann Hartz4 bekommen, da sie in den unteren Gehaltsklassen noch unsichere Jobs als weiter oben haben-und dass diese Vermehrung nur wegen dem Geld geschieht.( sowas liest man ja alle 2 Tage in allen Internetforen- ich glaub da springt nur purer Neid auf das Familienleben raus)
Da wär ich lieber ne Chantal oder nen Kevin. Selbst wenn ich ärmer wär.
DER wäre erst richtig dran...
Kevin sei kein Name, sondern ´ne Diagnose.
Letzteres bezieht sich freilich vor allem auf die Eltern, wofür ihre Kinder leider nichts können. Im Übrigen - Maximilians (oder Octavians...) sind auch dabei.
Arme Kinder...
Aber es ist natürlich wie immer. Zuviel des Guten ist auch schädlich.
Wenn der Vater Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh heißt und seinen Sohn Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester nennt, dann geht dieser Vornamen-Overkill ganz offensichtlich auch nicht schadlos an dem Kind vorbei.
Ich glaub, da würde ich lieber Justin heißen.
das mit einem "von" vor dem Familiennamen ist.
Ich kann mir vorstellen, daß ein Kevin von Greifenstein trotz seines Vornamens keinerlei Probleme der geschilderten Art hat.
Offensichtlich wissen das viele Männer. Eine häßliche junge Dame namens Elisabetz von Y.... erzählte mir, daß sie von den Meiers, Hubers, Müllers, Schusters u.ä. Dutzendnamensträgern ständig umworben wird. Alle wollen sie heiraten und dann ihren Namen als
Familiennamen annehmen.
Paging