Die gute Nachricht: Weltweit sterben immer weniger Menschen an Tuberkulose. Die schlechte: Multiresistente Krankheitsformen breiten sich in besorgniserregendem Maß aus.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Donnerstag in Berlin ihren Tuberkulose-Bericht vorgestellt. Manche Nachrichten in dem 200 Seiten dicken Report sind positiv, manche traurig, mache alarmierend.
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Ein an Multiresistenter Tuberkulose erkrankter Patient in Lesotho: In den Entwicklungsländern sind Medikamente gegen diese Krankheitsform kaum erhältlich. (© AP)
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Erfreulich finden die Experten, dass heute ein geringerer Teil der Weltbevölkerung an Tuberkulose (TBC) stirbt als noch vor zwanzig Jahren: Heute sterben 26 von 100.000 Personen an der Lungenkrankheit, ohne die HIV-Infizierten sind es 20 von 100.000. Das sind 35 Prozent weniger als im Jahr 1990.
Auch der Anteil der jährlichen Neuerkrankungen sinkt. Heute sind es 137 von 100.000 Personen, der Spitzenwert lag 2004 bei 142 Fällen pro 100.000. Zum Vergleich: In Deutschland gab es im vergangenen Jahr auf 100.000 Einwohner fünf neue Fälle.
Damit ist es mit den guten Nachrichten allerdings auch schon vorbei. Denn was in den Prozentangaben gut klingt, bedeutet: 9,4 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr neu an TBC erkrankt. 4700 Menschen sind an der Krankheit gestorben - pro Tag.
"Das ist ein Skandal", sagte Mario Raviglione, Direktor der WHO-Abteilung "Stop TB". Denn Tuberkulose ist heilbar. An keiner anderen heilbaren Infektionskrankheit sterben mehr Menschen. "Die Diagnostik von heute identifiziert nur die Hälfte der TBC-Fälle ", klagt Stefan Kaufmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin. Denn oft passen die Symptome auch zu anderen Krankheiten. Meist befallen die TBC-Bakterien die Lunge, verursachen dort Entzündungen, die laut Kaufmann oft mit einer Lungenentzündung verwechselt werden. Besonders schwierig ist die Diagnose bei Kindern. "Sie husten nicht", sagt Kaufmann. Seltener befallen die Bakterien auch andere Organe. Übertragen wird die Tuberkulose durch kleine Tröpfchen in der ausgeatmeten Luft, vor allem beim Niesen und Husten. Allerdings bricht sie nicht bei allen Infizierten aus: Laut dem Robert Koch-Institut soll ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert sein, krank werden aber nur fünf bis zehn Prozent der ansonsten gesunden Erwachsenen.
Sorge um multiresistente Erreger
Große Sorgen bereitet den Experten der WHO, dass sich eine Form der TBC ausbreitet, die besonders schwer zu behandeln ist: die Multiresistente Tuberkulose, kurz MDR-TBC. Bei ihr wirken die Medikamente nicht, die die Ärzte bei einer normalen TBC verschreiben. Die MDR-TBC soll laut WHO inzwischen mehr als drei Prozent aller Neuerkrankungen verursachen - in einigen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion sogar 28 Prozent. "Durch den Zuzug macht sich das auch in Deutschland bemerkbar", sagte Robert Loddenkemper, Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees gegen Tuberkulose. MDB-TBC sei hierzulande häufiger als in vielen anderen europäischen Ländern.
Während eine normale TBC in neun Monaten kuriert werden kann, sind bei der MDR-TBC laut Kaufmann bis zu 30 Monate nötig. Die speziellen Medikamente für diese Krankheitsform haben mehr Nebenwirkungen. In den Entwicklungsländern sind sie so gut wie nirgends verfügbar. Auch die Kosten sind enorm: Loddenkemper schätzt, dass in Deutschland die Behandlung mit mindestens 20.000 Euro etwa das Zehnfache kostet wie die einer normalen TBC.
Um die TBC weiter bekämpfen zu können, bräuchte es mehr Geld als derzeit ausgegeben wird. Laut Kaufmann werden weltweit jährlich 500 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung bereitgestellt, man brauche aber zwei Milliarden pro Jahr. Denn die TBC-Forschung hat sich seit Jahren nicht bewegt. Es ist eine Armutskrankheit und damit wirtschaftlich wenig interessant für die Pharma-Konzerne. Noch heute werden die gleichen Impfstoffe wie in den zwanziger Jahren und die gleichen Medikamente wie in den fünfzigern verwendet. Die Diagnosemethoden sind teils noch älter.
"Es ist eine äußerst kritische Situation weltweit", sagt Loddenkemper. Man müsse bald bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entwickeln und verbreiten, "sonst ist MDR-TBC" fast nicht mehr zu behandeln. Dem kann sich Kaufmann nur anschließen. Zumal inzwischen in 58 Ländern auch XDR-TBC-Erreger gemeldet wurden. Gegen diese extrem resistenten Bakterien helfen auch die MDR-Medikamente nicht mehr.
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(sueddeutsche.de/beu)
Linke mit neuer Führung
und damit wirtschaftlich wenig interessant für die Pharma-Konzerne. Usw ….“
Hört, hört … eine Armutskrankheit. Während die Gesellschaft, die öffentliche Verwaltung ebenso wie industrielle und institutionelle Erzeuger, durch ungeheure Schlamperei im Umgang mit radioaktivem Material (Asse, die SZ berichtete darüber) Milliarden für die sichere (gibt es so was überhaupt?) Entsorgung mittel bis hoch radioaktiver Syphilisationsabsonderungen bereitstellen muss, könnte man mit einem Teilbetrag dieser Summe (4700 X 365,25 = ) 1.716.675 Menschen vor einem elenden Verrecken bewahren. Diese Erkenntnis ist skandalös: denn die nachträglichen Konsequenzen dieser gedankenlosen (nach uns die Sintflut!) Ungeheuerlichkeiten gefährden durch ihre Unmittelbarkeit nicht nur die hiesige Bevölkerung, sie verbrauchen zusätzlich unglaubliche Mengen von der von dieser erwirtschafteten Wertschöpfung. Verursachen also reine „Betriebskosten“, die an anderen Stellen dieses Planeten fehlen und dort zu millionenfach Leben retten könnten.
Die westliche Gesellschaft großenteils durch ein altruistisch geprägtes Religionsbild einem bestimmten Menschenbild verpflichtet, dessen Sinnbild von einer Elendsgestalt, die an ein Kreuz festgenagelt wurde, repräsentiert wird. Aber damit erschöpft sich denn auch das Mitleid der gesellschaftlichen Dynamik. Die Wertschöpfungskette dieses Industriezweiges, generiert aus einem funktionalen Abrechnungssystem zur Versorgung des Staatsvolkes mit dem Gut Gesundheit, hält über den Preis die Menge an Heilungsverbindungen knapp und funktioniert deshalb nur in industriellen Gesellschaften, deren Mitglieder, am Beginn dieses Wertschöpfungsprozesses verortet, enorme Summen für ihren Selbsterhalt bereitstellen. Während die Apologeten des vorgenannten Menschenbildes an das Mitleid und das Mitgefühl der Gläubigen und Ungläubigen appellieren, um der Armut Herr zu werden, bewegen sie im nebulösen Hintergrund Milliarden Vermögen, die zu vermehren von höchster Priorität scheint. So soll allein die Erzdioziöse Köln ein Anlagevermögen von 3-5 Mrd. € verwalten. Die öffentliche Darstellung dieses Reichtums wird gern in aufwendigen und nutzlosen Ritualen zelebriert. Demgegenüber nehmen sich die eingesammelten Spendengelder relativ bescheiden aus. Würden die im Menschenbild selbst und in der Bergpredigt angelegten Prinzipien wirklich mit Leben gefüllt … ich denke, es sähe etwas anders aus. In diesem Widerspruch versinnbildl