Tsunami-Warnung auf GPS-Basis Satelliten können Wellenhöhe vorhersehen

Nach dem Erdbeben am 11. März 2011 hatte der japanische Wetterdienst vor einer drei Meter hohen Flutwelle gewarnt. Der Tsunami erreichte jedoch eine Höhe von zehn Metern. Und dass hätte man innerhalb von Minuten wissen können - im Prinzip.

Von Christopher Schrader

Nach dem schweren Erdbeben vor der Ostküste Japans am 11. März 2011 hätte im Prinzip innerhalb weniger Minuten ein mehr als zehn Meter hoher Tsunami vorhergesagt werden können.

Zu diesem Schluss kommen Forscher des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam, die die Daten von mehr als 500 GPS-Sensoren auf den japanischen Inseln noch einmal ausgewertet haben.

Das Ergebnis stellt der Wissenschaftler Andrey Babeyko am Donnerstag auf der Versammlung der European Geoscientific Union in Wien vor.

2011 hatte auch der japanische Wetterdienst binnen Minuten vor einer Flutwelle gewarnt, diese aber deutlich unterschätzt: Nur drei Meter hoch sollte das Wasser zum Beispiel die Küste der Präfektur Fukushima überfluten.

Tatsächlich wurden es um die zehn Meter, das Meer überwand die Sperranlage rund um das Kernkraftwerk Fukushima I und löste in drei der sechs Blöcken Kernschmelzen aus.

Babeykos Methode sieht vor, aus den Veränderungen des Abstands zwischen den Sensoren an Land und den Satellitenbahnen am Himmel sehr schnell und genau die Verschiebungen der Erdplatten zu berechnen.

Traditionelle Methoden der Seismologie fangen stattdessen die Erdbebenwellen auf, die durch den Boden eilen und schließen daraus auf mögliche Folgen zurück. Das dauere länger und könne das Ausmaß schwerer Beben unterschätzen, so die GFZ-Forscher.

Entwickelt haben sie das Verfahren ursprünglich für das Warnsystem für Indonesien, an dem sich Deutschland beteiligt hatte.

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