Der tödliche Angriff eines Husky-Mischlings auf ein Kind bestätigt: Aggression von Hunden ist keine Frage der Rasse, sondern der Erziehung.
An diesem Wochenende war es ein Husky-Mischling, also keiner der umstrittenen "Kampfhunde". Es war sogar der eigene Familienhund, der in Cottbus einen Kinderwagen umwarf und ein acht Wochen junges Kind totbiss.
Es war der eigene Familienhund, der in Cottbus einen Kinderwagen umwarf und ein acht Wochen altes Baby totbiss. (© Foto: Getty Images)
Anzeige
Anders als bei ähnlichen Attacken der vergangenen Jahre war der Hund von seinen Besitzern wohl auch nicht auf Angriff und Aggression gedrillt worden.
Der Fall scheint dennoch zu bestätigen, was Hundeexperten seit längerem sagen: Nicht die Rasse eines Hundes macht seine Aggression aus, sondern der richtige Umgang zwischen Herrchen und Tier.
Trotz des seit zehn Jahren geltenden Bundesgesetzes zur "Bekämpfung gefährlicher Hunde" kommt es immer wieder zu Angriffen von Hunden auf Menschen.
Im August 2009 attackierte ein American Bulldog einen vierjährigen Jungen und biss ihn in den Kopf. Das Kind überlebte schwer verletzt. Kurz zuvor war ein 14-jähriges Mädchen in Magdeburg von einem Staffordshire-Terrier in die Hüfte gebissen worden. Die Besitzerin des Hundes verschwand mit dem Tier, ohne sich um das Opfer zu kümmern.
Am 10. September 2009 war es ein Bernhardiner, der ein fünfjähriges Mädchen ins Gesicht biss. Am selben Tag attackierte ein Pitbull-Terrier-Mischling seinen Besitzer und biss ihn in den Arm und in den Bauch. Sein Herrchen hatte ihn gemaßregelt, weil er einen Welpen, der neu in den Haushalt gekommen war, angegriffen hatte.
Gleich zwei Rottweiler attackierten im vergangenen Dezember einen 67-Jährigen auf einem Firmengelände. Im gleichen Monat verletzte ein Dobermann erst sein Herrchen und fiel dann einen Vater mit seinen drei Kindern an.
Immer wieder die gleichen Rassen
Bei Berichten über derartige Vorfälle scheinen immer wieder die gleichen Hunderassen aufzutauchen: Bullterrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbull-Terrier, um nur einige zu nennen. Es sind Rassen, die per Gesetz in Deutschland als gefährlich eingestuft werden.
Im Bundesgesetz zur Bekämpfung gefährlicher Hunde werden neben diesen Rassen auch "deren Kreuzungen sowie nach Landesrecht bestimmte Hunde" einbezogen. Landesbehörden dürfen die Liste noch erweitern.
Die Hunde auf diesen Listen sind allgemein unter dem Begriff "Kampfhunde" bekannt. Betrachtet man die Zuchtgeschichte einiger Rassen, ließe sich diese Bezeichnung durchaus rechtfertigen.
Pitbull-Terrier, Bullterrier und Staffordshire Terrier wurden einst gezüchtet, um in grausamen Hundekämpfen zu bestehen. Der Mastino Napolitano, der in einigen Bundesländern auf der Liste steht, wurde schon im alten Rom gezüchtet, um im Circus zu kämpfen oder auf Schlachtfeldern zu wüten. Der Dogo Argentino, ebenfalls in einigen Bundesländern als gefährlich eingestuft, wurde in Südamerika zur Jagd auf Raubkatzen gezüchtet. Und doch: Es ist nicht die Zuchtgeschichte, die Hunde gefährlich macht.
"Man kann den Begriff Kampfhund nicht an der Rasse festmachen. Rassen bestehen aus vielen Individuen mit individueller Lebensgeschichte und individueller sozialer Lebensweise mit ihrem oder ihren Menschen. Und darauf kommt es an: Wie wurden die Tiere erzogen? Wie gut und zuverlässig können sie von ihren Menschen im Verhalten beeinflusst werden?
Ein gefährlicher Hund ist ein nicht allgemein sozialisiertes Wesen, das keine Rituale im Umgang mit Menschen gelernt hat, keine Tabuzonen kennt und Menschen gegenüber distanzlos ist. Die Rasse spielt, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle", sagt Ethologin Dorit Feddersen-Petersen von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, eine weltweit anerkannte Expertin für Verhaltensforschung bei Hunden.
Doch warum bezeichnet der Gesetzgeber dann explizit diese Rassen als gefährlich?
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
- Thema
- Hundeattacke RSS
- Ratgeber Was tun, wenn der Hund kommt? 26.04.2010
- Cottbus Baby stirbt nach Hunde-Attacke 25.04.2010
- Maulkorb für Hunde Berliner Schnauze 30.12.2009
- Schweiz Hund beißt Siebenjährige ins Gesicht 23.10.2009
- Hunde-Attacke in Neuseeland Horrortrip im grünen Idyll 04.08.2009
Mubarak-Prozess in Ägypten
in diesem Zusammenhang Leinen- und evtl. Beisskorbpflicht zu erwähnen.
Das ist doch bestimmt einen heimliche Förderung der darbenden Leder-, Metall- und Kunststoff-Industrie!
Und wo Sie die 90% herhaben, die angeblich die Hundeschule besuchen, wüsste ich zu gerne. Falls die Zahl auch nur annähernd stimmen sollte, gibt es jedenfalls nicht viele, die dabei irgendwas gelernt haben, - Hunde, wie Besitzer.
Wie oft ich es sehe, dass etwa Kinder einen oder mehrere Hunde führen, die ihnen bis zum Nabel oder noch höher gehen, kann ich gar nicht sagen, aber es ist reichlich. Einmal konnte ich Hunde und Kind, übrigens ganz ohne Erwachsene, nur von meinem Kühler fernhalten, weil ich von vorneherein ein Auge drauf hatte und langsamer als gestattet gefahren bin. Kopfhöhe des ersten Hundes war Schulterhöhe des Mädchens. Als der große Hund aus lauter Spaß aus dem Stand loswetzte, zog er die Kleine mühelos hinter sich her, - sie konnte kaum die Balance halten, geschweige denn irgendwie bremsen. Und der kleine Hund hatte ebenfalls Spaß und lief mit.
Wenn die zwischen Auto oder Lieferwagen hervorschießen, habe ich keine Chance zu bremsen. Und es hilft mir kein bisschen, wenn ich mir sagen kann, ich war nicht schuld! Ob das der Staatsanwalt ebenso sieht, ist dann ein Lotteriespiel.
Ich mag Hunde (und auch Katzen), ohne sie selber halten zu müssen, finde aber, dass man ihnen in den meisten Stadtwohnungen nicht gerecht wird. Wer ein Haus besitzt, kann dem Tier da mehr liefern, aber auch da ist's grenzwertig. Man muss sich nur am natürlichen Revierbedarf orientieren.
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Nicht zuletzt aus den von Ihnen angeführten Gründen finden wir bei den letzten Gliedern der sozialen Kette, den Stadtstreichern, mit großer Regelmäßikeit Hunde, die von ihren Besitzern erwartungsgemäß grob herumkommandiert werden.
Eine Korrektur ist aber anzubringen. In dem Nebensatz "der sie abgöttisch und kritiklos liebt" sollte es heißen "zu lieben scheint"; denn der Rudel- und Leithundmechanismus im Hundeverhalten hat natürlich mit Liebe nichts zu tun.
Bereits 1992 sorgte Herr Breitsamer durch seine "kreierte" Kampfhundverordnung, die er als Sicherheitsmassnahme Herrn Beckstein vorstellte erfolgreich für seinen eigenen florierenden Absatzmarkt. Beurteilte sog. Kampfhunde im viertel bis halb Stundentakt für ca. 500 DM in ganz Bayern und wurde reich! "ABM" für unehrenhaft entlassene Polizeihundestaffelführer! Nachdem es nun aber immer mehr Konkurrenz und Gutachter gibt und der Kampfhundemarkt "abgegrast" ist, wäre es doch willkommen nun für eine neue Einnahmequelle und Absatzmarkt zu sorgen? Einen Zwangshundeführerschein für alle? Das hier in Bayern mittlerweile 90% der Hundebesitzer ohnehin schon freiwillig eine Hundeschule besuchen und das auch ein Zwangshundeführerschein nur eine Momentaufnahme wie ebenfalls ein Wesenstest ist und keine Garantie auch für das spätere Leben und die Entwicklung eines Hundes darstellt - wie von vielen Wissenschaftlern ebenfalls hinterfragt - interessiert hier nicht. Das so ein Zwangshundeführerschein wie das Beispiel Hamburg zeigt, keinen Erfolg bingt (ausser volle Kassen) sondern vielmehr die verfolgt und mit Bussgeldern belegt, die sich dagegen wehren, ist im Hinblick eines neuen Absatzmarktes ebenfalls sekundär. Auch interessiert solch Umsatzorientierte "Experten" auch nicht, daß sich die Vorfälle mit Hunden hier in München und Bayern im Promillebereich befinden. Eingentlich müssten solche Leute wissen, daß im Jahr 2008 beim Kreisverwaltungsreferat gerade einmal ca. 300 Beanstandungen wegen Hunden eingingen - darunter auch Nachbarschaftsquerelen - bei ca. 30 000 registrierten Hunden in München - Dunkelziffer unbekannt.
Die Kernfrage im Bezug auf die unfassbar verbreitete Haltung von Hunden in unserer Gesellschaft ist für mich: Warum ist den Menschen so ein Tier überhaupt sympathisch?
Ein Hund bleibt sein Leben lang unselbstständig und auf sein Herrchen oder Frauchen fixiert. Ein Hund leidet wie ein Hund wenn er allein gelassen wird. Einen Menschen, der unterwürfig bis hin zur Selbstaufgabe ist nennt man hündisch. Ein Hund buckelt nach oben und tritt (oder eher beißt) nach unten er ist der klassische Untertan wie in Heinrich Mann in seinem Buch gleichen Namens beschreibt.
Ich finde es erschreckend, dass so viele Menschen in Deutschland offenbar jemanden möchten, der sie abgöttisch und kritiklos liebt, der ohne sie nicht leben kann, der jedes Bisschen Zuneigung und Freundlichkeit aufsaugt wie ein Verdurstender Wasser, den man treten kann und von dem man dennoch geliebt wird. Das sagt Erschreckendes über den Geisteszustand der Deutschen aus.
Sie schreiben: "...muss ich, weil es Menschen mit Messerphobien gibt und zudem schon viele Leute durch Messer zu Schaden gekommen sind, generell Messer unter Verschluss halten."
Davon abgesehen, dass Messer, wie bereits früher bemerkt, sich eher selten spontan außer Rufweite ihres Besitzers begeben, ist der Vergleich durchaus brauchbar: So ist es durchaus gerechtfertigt, das Tragen von feststehenden Messern in der Öffentlichkeit ebenso zu verbieten wie diese Gegenstände nicht in die Hände von Kindern zu geben. Es sind aber eben nicht nur ein paar Deppen, die ihre Kinder mit Mordshunden auf die Straße schicken.
Und für Schusswaffen gilt ja ohnehin Panzerschrankpflicht, ohne dass sich ein freier Bürger eines freien Landes in seiner Freiheit, anderen auf den Keks zu gehen, eingeschränkt fühlt.
Paging