Studie zu Rassismus Kleider machen Hautfarbe

Eine US-Studie hat mit Hilfe von Computerporträts unbewussten Rassismus nachgewiesen: Ob jemand als schwarz oder weiß wahrgenommen wird, hängt demnach nicht nur von der Hautfarbe eines Menschen ab, sondern von seiner Kleidung.

Kleider machen Leute, das hat sich spätestens seit Gottfried Kellers gleichnamiger Novelle aus dem 19. Jahrhundert herumgesprochen.

Auf den Betrachter wirkt die Hautfarbe der Personen in der Mitte der Reihe häufiger schwarz, wenn sie Arbeitskittel statt Anzug tragen.

(Foto: Tufts University)

Unbekannt war bisher allerdings, dass die Garderobe auch beeinflusst, ob die Hautfarbe ihres Trägers als weiß oder schwarz eingeschätzt wird. Darauf lassen Ergebnisse von Forschern um den Psychologen Jonathan Freeman von der amerikanischen Tufts University schließen (PLoS One, online).

Die Wissenschaftler erstellten am Computer identische Reihen von Gesichtern mit unterschiedlicher Hauttönung von weiß bis schwarz. Eine Reihe der bis zur Brust sichtbaren Porträts war mit Krawatte und Jackett gezeichnet, die andere mit einem Hausmeisterkittel.

Studenten, denen die Bilder vorgelegt wurden, schätzten die virtuellen Personen häufiger als Weiße ein, wenn diese Anzug trugen. Mit Kittel versehen wurden hingegen mehr Gesichter als Afroamerikaner angesehen.

"Die Wahrnehmung eines Gesichts ist immer ein Kompromiss aus dem, was wir sehen und den Klischeevorstellungen, die wir mitbringen", sagt Freeman. Weißen werde unbewusst ein höherer sozialer Status zugeordnet.

In einer früheren Studie hatten Probanden auch Gefängnisaufenthalte häufiger mit dunkler Hautfarbe assoziiert.