Spektakulärer Rettungsversuch vor Südkorea Delfine bilden Floß für sterbenden Artgenossen

Schwer verletzt zurückgelassen? Was im Tierreich oft passiert, ist Delfinen offenbar fremd: Vor der Küste Südkoreas bilden Delfine aus ihren Körpern eine Art Floß, um ein verletztes Tier vor dem Ertrinken zu retten. Für Forscher ein bisher nie gesehenes Sozialverhalten.

Delfine sind schlau. Ihr Gehirn soll dem des Menschen nahezu ebenbürtig sein, heißt es in Studien. Aber die Meeressäuger imponieren der Wissenschaft nicht nur mit ihrer Klugheit, sie haben offenbar auch eine soziale Ader.

Zu sehen bekamen das südkoreanische Forscher. Sie konnten eine Gruppe von fünf Delfinen dabei beobachten, wie sie versuchten, das Leben eines schwer verletzten Weibchens zu retten. Es ist das erste Mal, dass eine größere Gruppe von Delfinen bei einer solchen Rettungsaktion beobachtet wurde, heißt es in einem Online-Bericht der britischen BBC, der sich auf das Magazin Marine Mammal Science bezieht (zum Bericht). Dem Bericht zufolge formten die Delfine mit ihren Körpern eine Art Floß, um zu verhindern, dass der Artgenosse absinkt.

Immer wieder kommt es vor, dass Delfineltern tote Kälber anstupsen, trauern oder Totgeburten mit Bissen versuchen zu stimulieren. In solchen Fällen gehe die Initiative jedoch immer nur von einem oder zwei Tieren aus, heißt es im Text der BBC. Neu ist, dass Delfine sich in größeren Gruppen zusammenschließen, um einen Artgenossen zu retten.

Die Forschergruppe um den Wissenschaftler Kyum J. Park vom staatlich finanzierten Cetacean Research Institute in Ulsan war vor der südkoreanischen Küste unterwegs. Von ihrem Schiff aus beobachteten sie eine Gruppe von mehr als 400 Delfinen, die von etwa 500 Vögeln verfolgt wurde (zum Video).

Eine kleine Gruppe hatte sich von der Delfinherde abgesondert - darunter ein weibliches Tier, das dem Bericht zufolge zappelte. Immer wieder tauchte es auf und unter. Die restlichen Tiere stupsten das Delfinweibchen immer wieder an, offenbar, damit es sein Gleichgewicht behält.

Später formten die Tiere mit ihren Körpern eine Art Floß, um zu verhindern, dass der an der Brustflosse verletzte Delfin ertrinkt.

Am Ende nützte die Hilfe nichts. Einige Delfine schwammen davon und das Tier rutschte in die Vertikale. Andere versuchten weiter, dem Weibchen zu helfen, doch irgendwann hörte es auf zu atmen. Nach Angaben der südkoreanischen Forscher blieben fünf Delfine bei ihrer Artgenossin, berührten ihren Körper und warteten, bis das tote Tier auf den Meeresgrund sank.

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