Paläontologie Bestätigt: Himmelskörper löschte Dinosaurier aus

Gesteinsschichten in der Nähe der Stadt Jordan in Montana, USA. Die Schicht, in der sich Fossilien von Dinosauriern sowie Überreste anderer Tiere und auch Pflanzen befinden, ist mit dem unteren Pfeil markiert.

(Foto: Klaudia Kuiper)

Wissenschaftler haben den Zeitpunkt genauer datiert, zu dem die Dinosaurier verschwanden: Vor 66 Millionen Jahren. Damit ist belegt, dass der Todesstoß für die Dinosaurier der Einschlag eines Asteroiden oder Kometen war - auch wenn es zuvor bereits Vulkanausbrüche gab, unter denen die Reptilien litten.

Von Christopher Schrader

Als es mit den Dinosauriern zu Ende ging, hat noch niemand vom Klimawandel geredet. Man hätte es aber tun können, denn es gab eine ganze Reihe natürlicher Ursachen, die die Temperaturen abstürzen und das Meer schrumpfen ließen.

Zur Vorgeschichte des Massensterbens gehören massive Vulkanausbrüche und der Einschlag eines Asteroiden oder Kometen. Dieser besiegelte damals das Ende der Dinosaurier, bekräftigen Paul Renne und sein Team von der Universität Berkeley (Science, Bd. 339, S. 684, 2013).

Das wurde immer wieder angezweifelt, weil die Zeitangaben nicht richtig zusammenpassten: Manche Wissenschaftler ermittelten, der mutmaßliche Einschlagkrater in der Karibik sei 180.000 Jahre jünger als die Grenze der Erdzeitalter Kreide und Paläogen, die als Todeszeitpunkt der Dinosaurier gilt; andere sagten, der Krater sei 300.000 Jahre älter.

Die Forscher aus Berkeley haben die Ereignisse noch einmal sehr genau datiert. Für den Einschlag nahmen sie Tröpfchen von Gestein aus Haiti, das damals als geschmolzene Masse versprüht worden war. Und für die Grenze der Erdzeitalter verwendeten sie Kohle aus dem US-Staat Montana, die eine hohe Konzentration des Metalls Iridium aufweist, das vermutlich aus dem Himmelskörper stammt.

Paul Renne von der University of Berkeley sammelt Proben von Vulkanasche.

(Foto: Courtney Sprain)

Im Rahmen der Messgenauigkeit waren beide gleich alt: ungefähr 66.040.000 Jahre. Die Forscher hätten die "bestehende Unsicherheit über die Reihenfolge der Ereignisse beseitigt", lobt Heiko Pälike vom Bremer Forschungszentrum Marum die Messungen in einem Kommentar in Science.

Der Einschlag dürfte aber nur der Todesstoß für die Dinosaurier gewesen sein. Viele Spuren zeigen, dass die Temperaturen sich sechsmal in einer Million Jahre vor dem Einschlag dramatisch verändert hatten.

Der auffälligste Wandel war eine globale Abkühlung von sechs bis acht Grad Celsius, begleitet von einem Rückgang des Meeresspiegels um 40 Meter. Dafür könnten einerseits Vulkanausbrüche im heutigen Indien verantwortlich sein, die große Mengen Asche und Staub in den Himmel schleuderten und den Himmel verdunkelten.

Andererseits könnte ein Zyklus in den Schwankungen der Erdbahn um die Sonne damals einen Tiefpunkt erreicht haben. Der Einschlag habe ein Ökosystem getroffen, das bereits unter nahezu kritischem Stress stand, schließen Renne und seine Kollegen. Das könnte helfen, den Streit über die Todesursache der Dinosaurier beizulegen.