Mauna Kea Hawaiis Ureinwohner verhindern neues Riesen-Teleskop

Das Thirty Meter Telescope soll in einer 66-Meter-Kuppel Platz finden.

(Foto: dpa)

Der oberste Gerichtshof der Insel hat dem ambitionierten Thirty Meter Telescope überraschend die Baugenehmigung entzogen.

Von Robert Gast

Ein astronomisches Prestigeprojekt hat einen schweren Rückschlag erlitten. Seit 2014 wird das Thirty Meter Telescope (TMT) auf dem Mauna Kea gebaut, dem höchsten Berg Hawaiis. Es soll eines der leistungsfähigsten Teleskope der Welt werden. Nun haben die Gegner des 1,4 Milliarden Dollar teuren Projekts einen Sieg vor dem obersten Gerichtshof der Insel errungen. Die Richter entzogen dem TMT die 2011 erteilte Baugenehmigung. Die zuständige Behörde habe diese erteilt, ehe Kritikern die Möglichkeit eingeräumt wurde, ihre Bedenken im Rahmen einer Anhörung vorzutragen, heißt es in der Begründung des Urteils. Das Vorgehen verstoße gegen Hawaiis Verfassung.

Blick zurück: Der Vulkan Mauna Kea ist mit etwa 4200 m der höchste Berg auf Hawaii.

(Foto: AFP)

Ursprünglich sollte das TMT 2022 in Betrieb gehen. Mit einem Durchmesser von 30 Metern könnte es die Entstehung von Galaxien beobachten, oder nach Planeten außerhalb des Sonnensystems suchen. Auf dem 4200 Meter hohen Mauna Kea ist die Luft sehr dünn und trocken. Der Berg gilt als idealer Standort für ein Observatorium, betonen die Bauherren, darunter zwei kalifornische Universitäten sowie Forschungsorganisationen aus China, Indien und Japan. Doch für Hawaiis Ureinwohner ist der Gipfel des Bergs eine heilige Stätte, die durch den Bau des TMT gefährdet sei. Umweltschützer sehen das Ökosystem an den Hängen des Mauna Kea bedroht.

Immer wieder hatten Gegner die Bauarbeiten behindert. Im April 2015 veranlasste Hawaiis Gouverneur David Ige einen vorübergehenden Baustopp, um den Streit zwischen Astronomen und Teleskopgegnern zu schlichten. Nach der Entscheidung des obersten Gerichtshofs muss die Universität Hawaii nun eine neue Genehmigung beantragen, um das Projekt vollenden zu können. Man wolle das TMT weiterhin unterstützen, schreibt die Universität in einer Mitteilung.

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