Amerikanische Biologen haben herausgefunden, dass Haie, um ihre Beute aufzuspüren, den zeitlichen Abstand nutzen, mit dem der Geruch eines Beutetieres auf die beiden Nasenlöcher trifft. Das stellt bisherige Beutefangtheorien in Frage.
Um ihre Beute zu orten, nutzen Haie den zeitliche Abstand, mit dem der Duft eines Beutetieres auf die beiden Nasenlöcher trifft. Die Tiere können Differenzen ab 100 Millisekunden erkennen, schreiben die amerikanischen Biologen Jayne Gardiner und Jelle Atema (Current Biology, online).
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Haie orientieren sich bei der Jagd wohl doch nicht an der Konzentration der Duftmoleküle, sondern am zeitlichen Abstand, mit dem der Duft auf die Nasenlöcher trifft. (© dpa)
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Sie bastelten eine Art Headset, durch das den Haien zeitlich versetzt und für jede Seite separat eine Fischlösung in die beiden Nasenlöcher gesprüht wurde. Die Forscher variierten sowohl die Konzentration der Lösung als auch die zeitliche Differenz, mit der sie die beiden Nasenlöcher erreichte.
Betrug diese Differenz höchstens eine halbe Sekunde, wendeten die Haie ihren Kopf stets nach rechts, wenn zuerst das rechte Nasenloch beduftet wurde, beziehungsweise nach links, wenn der Beutegeruch zuerst die linke Seite erreicht hatte.
Dies funktionierte selbst dann, wenn der Duft am zuerst besprühten Nasenloch deutlich schwächer konzentriert war als derjenige an der verspätet besprühten Seite. Die aktuelle Studie stellt die bisherige Vermutung infrage, dass sich Haie an der Konzentration der Duftmoleküle orientieren.
Diese unterscheidet sich links und rechts, je nachdem, welche Richtung das Beutetier gewählt hat. Dieser Mechanismus sei für Haie jedoch offenbar weniger entscheidend als die zeitliche Differenz, schlussfolgern die Wissenschaftler nun.
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(SZ vom 11.06.2010)
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Sie werden mit so genannten Langleinen gefangen, kilometerlangen Fangschnüren, die mit Köderhaken bestückt sind. Besonders grausam ist, dass den Tieren bei lebendigem Leibe die Flossen abgeschnitten werden, um daraus in Südostasien Haifischflossensupee herzustellen. Die verstümmelten Tiere werden - noch lebend - wieder über Bord ins Meer geworfen, wo sie jämmerlich verenden. Doch nicht nur für Suppen, sondern auch für allerlei Pillen und Pülverchen gegen Gelenkbeschwerden und sogar Krebs muss der Hai herhalten. Für diesen Humbug müssen jedes Jahr mindestens 100 Millionen Haie qualvoll sterben. Die gandenlose Überfischung der Weltmeere trifft die Haie besonders. Das Resultat: Von den rund 380 existierenden Haiarten sind 80 bereits vom Aussterben bedroht.