Bericht an den Club of Rome Es gibt einen Ausweg

Der Umweltwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker zeigte sich überzeugt, dass der aktuelle Report "nicht so aufrütteln" werde wie sein Vorgänger von 1972: "Es ist bereits bekannt, dass man eine dramatische Umstellung der Wirtschaft braucht, um das Ganze noch halbwegs in den Griff zu kriegen. Im Moment wird das Weltgeschehen zudem nicht von dem bestimmt, was Europäer sagen, sondern von dem, was Brasilianer, Chinesen und US-Amerikaner sagen. Und dort stehen Klima und Umwelt im dritten Glied." So blieben die Warnungen oft ungehört - Brasilianer, Kuwaiter oder Angolaner verkauften einfach ihre Natur oder ihre Bodenschätze in der Hoffnung auf Reichtum.

Von Weizsäcker sieht einen Ausweg: "Wir müssen Klimaschutz und Artenschutz richtig profitabel machen und aufhören mit dem Geseiere, wir sollten den Gürtel enger schnallen, um das Klima zu schützen. Bei der Energie sollten wir vormachen, dass wir damit Wohlstand erzeugen. Alle Leute gucken gebannt nach Deutschland, wie wir das mit dem Atomausstieg wohlstandskonform hinkriegen. Wenn wir den Klima- und Umweltschutz profitabel machen, dann wird das überall kopiert."

Jorgen Randers ist skeptisch, ob es noch rechtzeitig zur Umbesinnung kommt: Die Menschheit werde sich wohl nicht schnell genug ändern. Auch die komplexen und zeitraubenden Entscheidungsprozesse in Demokratien würden das verhindern. Es nütze jedoch nichts, zu verzweifeln. Dass er selbst die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, zeigt sein Schlussstatement: "Bitte helft, meine Vorhersage falsch werden zu lassen. Zusammen können wir eine viel bessere Welt schaffen."

Nachdem die Prognosen des Club of Rome aus dem Jahre 1972 - etwa zur Verfügbarkeit von Öl - sich nicht in all ihrer Dramatik bewahrheitet hatten, war die Organisation in die Kritik geraten. Auch jetzt weisen erste Stimmen darauf hin, dass die Vorhersage etwa einer Anti-Konsum-Revolution doch sehr gewagt sei. Vieles von dem, was der Bericht "2052" enthält, geht jedoch in die gleiche Richtung wie die Prognosen der Klimawissenschaftler. Und so groß uns unser Planet auch erscheint - seine Ressourcen sind endlich.