Weltbank-Bericht zur Weltwirtschaft Weltbank sieht Europa auf dem Weg aus der Krise

Das Vertrauen der Märkte: dramatisch verbessert. Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Euro-Zone: weitgehend gebannt. Nach drei Jahren Schuldenkrise gibt die Weltbank ein bisschen Entwarnung. Doch das Wachstum sei noch zu schwach, um aufzuatmen.

Worte wie im neuesten Weltbankbericht haben Analysten der europäischen Wirtschaft lange nicht mehr geschrieben: "Das Schlimmste scheint vorbei zu sein", heißt es dort. Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Euro-Zone ist nach Ansicht der internationalen Finanzinstitution weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr "dramatisch verbessert", weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem jetzt veröffentlichten Wirtschaftsausblick fest (der ganze Bericht als PDF).

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. In den einkommensstarken Ländern ist der Weltbank zufolge das Wachstum zu niedrig. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden, heißt es in dem Bericht. Für die Euro-Zone erwartet die Weltbank in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 Prozent. Danach soll es deutlich aufwärts gehen: 2014 werde das BIP um 0,9 Prozent zulegen und 2015 um 1,4 Prozent.

Entgegen den "ermutigenden" Signalen von den Märkten sei die tatsächliche globale Konjunktur insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher", sagte Weltbankchef Jim Yong Kim. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen "trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum". Gefahren würden auch vom politischen Streit über den Schuldenabbau in den USA ausgehen.

Weltweit werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 2,4 Prozent zunehmen, nach 2,3 Prozent in 2012, schätzt die Weltbank. Erst für 2014 und 2015 soll es mit 3,1 Prozent und 3,3 Prozent besser aussehen.