Toxische Kreditpapiere der Bank Morgan Stanley "Klägliches Bemühen um Humor"

Morgan Stanley ist wegen seiner Rolle in der Finanzkrise berüchtigt. Der Händler Howard Hubler gilt als verantwortlich für den größten Handelsverlust, den eine Investmentbank je erlitten hat: neun Milliarden Dollar. Er wettete gegen den Immobilienmarkt und sicherte diese Wetten wiederum mit noch riskanteren Wetten ab - bis der Markt kollabierte und er die Kontrolle über die Geschäfte verlor. Der Autor Michael Lewis hat ihn in seinem Buch The Big Short verewigt - als einen der skrupellosesten Zocker, einen der Bösewichte der Krise.

Im aktuellen Fall kann Morgan Stanley den Ärger der Kläger eigenen Aussagen zufolge nicht verstehen. Die Käufer seien erfahrene Kunden, sie hätten wissen können, was tatsächlich auf dem sogenannten Subprime-Markt passierte.

Außerdem verteidigt sich die Bank mit dem Argument, dass sie schließlich selbst viel Geld mit ähnlichen Krediten verloren habe. Der Wertverlust traf am Ende praktisch alle, die mit den Papieren handelten. Wenn die Verantwortlichen bei Morgan Stanley gewusst hätten, wie wertlos die Papiere waren, die sie nach Taiwan verkauften, dann wäre so etwas doch nicht passiert.

Jason C. Davis, den Anwalt der taiwanesischen Bank, nerven diese Rechtfertigungen: "Während Investoren und Steuerzahler weltweit immer noch an den toxischen Subprime-Produkten der Wall Street ersticken, wurde bis heute kein einziges der hohen Tiere an der Wall Street für sein Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen", zitiert ihn Journalist Eisinger.

Blumberg und ein weiterer Morgan-Stanley-Mitarbeiter, der in den fragwürdigen Schriftverkehr verwickelt war, arbeiten inzwischen beim Konkurrenten JPMorgan. Sie wollten die Nachrichten nicht kommentieren. Morgan Stanley verurteilt den Mailverkehr in einem Statement als "unangemessene Sprache" und "klägliches Bemühen um Humor".

Von wenig Humor zeugt übrigens auch der Titel, den das giftige Kreditpaket am Ende tatsächlich erhielt. So kreativ die Banker bei der Namenssuche waren, so konservativ war das Ergebnis: Das 500 Millionen Dollar schwere Kreditbündel, um das es im aktuellen Gerichtsstreit geht, heißt: "Stack 2006-1" (Stapel 2006-1).