Tesco und BMW 15-Jähriger zwingt Konzerne zu korrekter Grammatik

Wegen eines Grammatikfehlers auf einem Orangensaft hat ein 15-jähriger Schüler den Supermarkt-Giganten Tesco aufgefordert, die Verpackung zu ändern. Jetzt knöpft er sich BMW vor.

Von Valérie Müller

Albert Gifford geht ganz offen damit um, ein Prinzipienreiter zu sein. In einem Gastbeitrag der britischen Zeitung Guardian schreibt er das über sich selbst: "Daran besteht kein Zweifel. Jeder aus meinem Umkreis würde dem zustimmen." Wahrscheinlich, weil seine Freunde und Familie die ständigen Verbesserungen des jungen Sprachfanatikers ertragen müssen. Doch der Wächter über die englische Sprache setzt noch einen drauf: Der 15-Jährige aus Somerset geht sogar Großkonzernen so lange auf die Nerven, bis sie ihre Fehler korrigieren.

"Wie jeden Morgen setzte ich mich gerade zum Frühstück hin und griff nach einem Orangensaft-Karton von Tesco, als ich lesen musste, dass er auf der Packung als "most tastiest" ("der am meisten Leckerste") beworben wurde", beschreibt der Schüler den Sachverhalt in seinem Brief an die Daily Mail im März. Da klingelten die Alarmglocken bei Albert Gifford, denn der Ausdruck "most tastiest" ist grammatikalisch nicht korrekt. Der englische Superlativ von "tasty" wäre "tastiest" oder vielleicht noch "most tasty", beides zusammen kann in der englischen Sprache nicht verwendet werden.

Auf diesen Fehler wollte der Schüler die Supermarkt-Kette Tesco hinweisen. Wochenlang wartete er auf Antwort des Großkonzerns und entschied sich schließlich dazu, sich an die Presse zu wenden. Nur einen Tag später erhielt er eine Antwort, in der sich Tesco für seinen Fehler entschuldigte und versicherte, ihn auf neu produzierten Packungen zu korrigieren.

Grammatikfehler in der BMW-Werbung

Jetzt knöpft Gifford sich auch BMW vor: Der Autohersteller verwendet in seiner aktuellen Werbung einen Slogan, der dem eifrigen Schüler bei einem Kinobesuch mit seiner Familie auffiel. Der Werbespot bewirbt das neue BMW 2er Coupé und endet mit dem Satz "it bites as bad as it barks" ("Er beißt so böse, wie er bellt."). Der Fehler: Das Wort "bad" wird hier als Adverb verwendet, es ist aber ein Adjektiv. Korrekt müsste es heißen: "it bites as badly as it barks".

Seit einem Monat steht der Junge mit BMW in E-Mail-Kontakt und fordert von dem Unternehmen, die Werbung zu ändern. Der Autohersteller antwortete Albert Gifford, dass er seine Beschwerde prüfen werde. Später hieß es aber, der Slogan basiere auf einem Wortspiel und habe deshalb seine Berechtigung. BMW werde die Werbung nicht ändern.

Im Gegensatz zu Tesco konnte Albert Gifford BMW also nicht überzeugen, die englische Sprache korrekt zu verwenden. Zu Daily Mail sagte er: "Ich verstehe ja, dass sie kurze und bissige Slogans in ihren Kampagnen verwenden wollen. Aber ein Unternehmen wie BMW sollte sich zumindest etwas einfallen lassen, das korrekt ist."

Der 15-jährige Schüler aus Somerset in England schreibt gerade seine Abschlussprüfungen. Seine letzte Prüfung in Mathe ist ausgerechnet am Tag nach seinem Abschlussball, aber Albert Gifford ist optimistisch: "Ich habe schon etwa 20 Prüfungen geschrieben und ich bekomme voraussichtlich in fast allen die Bestnote A*", erzählte er der Daily Mail. Später möchte er Medizin studieren und würde dafür gerne an eine der Top-Universitäten wie Oxford oder Cambridge gehen. Seine Professoren sollten dann besser keine Fehler machen.