Taxi-Konkurrenz Darum muss Uber gestoppt werden

Die "Uber"-App - hier in London im Einsatz - ärgert die Taxifahrer.

(Foto: Bloomberg)

Uber, der Taxi-Dienst für Privatwagen, klingt progressiv. Aber was, wenn ausschließlich der Markt über die Preise bei Regen und Schnee bestimmt? Das ist das Letzte, was kranken und alten Menschen zu wünschen wäre.

Ein Kommentar von Michael Kuntz

Das Fahrzeug muss über mindestens zwei Achsen und vier Räder verfügen. Es muss auf der rechten Längsseite mindestens zwei Türen haben. Die Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr regelt mit deutscher Gründlichkeit, wie ein Taxi auszusehen hat. Das bürokratische Werk stammt aus dem Jahr 1982 und erkennbar aus einer Zeit, als niemand ahnen konnte, wie einmal ein Internet die Welt verändern würde. Und derzeit mit der kalifornischen Firma Uber ein Vermittler von Fahrdiensten antritt, der alle Regelwerke für die gewerbsmäßige Beförderung von Personen kurzerhand zu Makulatur erklärt.

So ein Mitfahrdienst in Privatwagen klingt ja zunächst einmal sehr progressiv in einer Zeit der Share Economy, wo einer wachsenden Zahl von Menschen der zeitweilige Besitz von Dingen ausreichend erscheint. Und ihnen das Eigentum daran nicht mehr so wichtig ist wie früheren Generationen. Dem Harvard-Ökonomen Martin Weizman zufolge erhöht sich bekanntlich der Wohlstand für alle insgesamt, wenn Gegenstände geteilt werden. Warum soll das nicht auch für Personenautos gelten? Die meisten parken länger, als sie fahren, sie kosten und rosten. Ein kleines Taschengeld für den Fahrer, das passt schon, vor allem wenn der Trip bis zu einem Drittel weniger kostet als die Fahrt in einem regulären Taxi. Das seit den Neunzigerjahren des vorletzten Jahrhunderts bestehende Droschkengewerbe mit Konzessionen, Taxametern und Personenbeförderungsscheinen - es sieht in dieser Konfrontation mit dem Mitfahr-Service ziemlich alt aus.

Konkurrenten: Uber und das Taxigewerbe.

(Foto: dpa)

Der Mitfahrdienst ist alles andere als ein Existenzgründer

Dabei gibt es gute Gründe, den Taxifahrern etwas Wertschätzung entgegenzubringen, auch wenn sie sich häufig nicht so aufführen, wie ein Fahrgast es sich wünscht. Taxen sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs, sie sichern ebenso eine kommunale Infrastruktur wie Bahnen und Omnibusse. Taxen garantieren in der Stadt und auf dem Land eine Mobilität für Menschen ohne eigenes Auto. Die Mehrzahl der Fahrten findet aus privaten Gründen statt, zeigt die Statistik. Das ist so, weil Kranke zum Arzt wollen, weil alte Menschen nicht mehr so beweglich sind und sich mit ihren Einkäufen heimfahren lassen. Nicht alles wird von Krankenkassen erstattet. Die Tarife der Taxen mögen hoch erscheinen, sie bieten aber eine Sicherheit über die zu erwartenden Kosten.