Streik gegen Sparkurs Griechenland steht still

Nichts los am Flughafen von Thessaloniki - der griechische Luftraum ist wegen des Streiks geschlossen.

(Foto: dpa)
  • Die Griechen legen Flug-, Bahn- und Fährverkehr lahm. Auch Metrofahrer, Ärzte und Lehrer beteiligen sich am eintägigen Streik.
  • Damit protestieren sie gegen die Sparpolitik der Regierung. Sie belastet vor allem soziale Einrichtungen, Krankenhäuser und Schulen.

Flug- und Bahnverkehr lahmgelegt

Die griechischen Gewerkschaften wollen in einem umfassenden Streik gegen die Sparpolitik der Regierung protestieren. Sie legen am Donnerstag den Flug-, Bahn- und Fährverkehr lahm. Der griechische Luftraum soll am gesamten Donnerstag geschlossen bleiben, sämtliche Flüge wurden annulliert. Auch Fähren sollen nicht auslaufen.

Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern wollen nur Notfälle behandeln. Die Busse und die Metro sollen in Athen für mehrere Stunden stillstehen. Auch die Lehrer wollen ihre Arbeit niederlegen. Zu den Streiks haben die beiden größten Gewerkschaften des privaten und staatlichen Bereichs (GSEE und ADEDY) aufgerufen.

Protest gegen Sparkurs

Mit dem eintägigen Ausstand protestieren die Griechen gegen die hohe Arbeitslosigkeit und den Abbau des Sozialsystems. Griechenland spart - das ist die Bedingung der EU für finanzielle Hilfen. Zwar sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken, Griechenlands Wirtschaft wächst nach sechs Jahren Rezession sogar wieder. Allerdings haben die Einsparungen zur Folge, dass Instiutionen wie Krankenhäusern, Schulen und Universitäten massiv Mittel fehlen.

Die Griechen haben in Folge der harten Sparpolitik bis zu 30 Prozent ihres Einkommens verloren. Staatliche Statistiker haben errechnet, dass ein Drittel der Griechen in diesem Winter fürchten muss, sich keine Heizung leisten zu können. Mehr als 25 Prozent der Menschen sind ohne Job, die Quote der arbeitslosen Jugendlichen lag 2013 bei etwa 58 Prozent.