Steuerhinterziehung Razzien bei deutschen UBS-Filialen

Bundesweit haben Fahnder mehrere Filialen der Schweizer Großbank UBS durchsucht. Ihr Ziel: Unterlagen über deutsche Kunden, die Steuern hinterziehen. Auch für amerikanische Steuersünder wird es eng. Schweizer Banken sollen einen Deal mit den US-Ermittlungsbehörden ausgehandelt haben.

Es wird eng für Steuerhinterzieher, die Gelder auf Schweizer Konten parken. Während in Deutschland Filialen der Schweizer Großbank UBS durchsucht werden, nähert sich ein Deal zwischen den USA und anderen großen Banken seinem Abschluss.

Eine UBS-Sprecherin bestätigte die Durchsuchungen, die im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung stehen. Zuvor hatte das Wall Street Journal Deutschland berichtet, bundesweit seien in den vergangenen Tagen mehrere Filialen durchsucht worden. "Die Durchsuchungen sind Teil eines länger anhängigen Verfahrens, das bereits 2012 initiiert wurde", erklärte UBS. "Das Verfahren richtet sich nicht gegen die UBS Deutschland AG."

Ein Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Bochum bestätigte dem Wall Street Journal, Ziel der Razzien sei es, Geschäftsunterlagen zu finden, "aus denen sich weitere Erkenntnisse und Nachweise über die Steuerhinterziehung der UBS-Kunden gewinnen lassen".

"UBS toleriert keinerlei Aktivitäten, die dazu dienen, Kunden bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten zu unterstützen", erklärte die UBS-Sprecherin weiter. Die UBS sei zuversichtlich, dass spätestens bis Ende 2014 alle Kunden aus Deutschland den Nachweis erbracht hätten, dass sie nur versteuertes Geld bei dem Schweizer Institut angelegt haben.

Seit 2012 laufen die Ermittlungen gegen die Bank. Damals kaufte Nordrhein-Westfalen eine Daten-CD mit Informationen über UBS-Kunden, die auf Schweizer Konten Steuern hinterziehen.

Deal zwischen USA und Schweizer Großbanken

Der Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz nähert sich seinem Abschluss. Eine Gruppe Schweizer Banken steht kurz davor, sich mit den amerikanischen Ermittlungsbehörden auf die Übergabe von Kontodaten zu einigen. Das berichtet das amerikanische Wall Street Journal.

Nachdem ein Gesetz zur Lösung des Steuerstreits im Schweizer Parlament Mitte Juni endgültig gescheitert war, streben einige der größten Banken des Landes nun einen eigenen Deal an, darunter Credit Suisse und Julius Baer. Etwa ein Dutzend Banken stehen aktuell im Fokus der amerikanischen Justizbehörden.

Der Deal sieht vor, dass die Banken den US-Ermittlern Daten zu Bankkonten zusammenstellen, die Steuerhinterzieher identifizieren. Teil der Abmachung sind wohl auch Strafzahlungen, mit denen die Banken weitere juristische Verfolgung vermeiden können. Dieses Prozedere gleicht einem Verfahren, das 2009 zwischen der UBS und den USA abgewickelt wurde - damals zahlte die Schweizer Bank eine Strafe in Höhe von 780 Millionen Dollar.