Springer-Konzern Spielraum für weitere Zukäufe

Es hat etwas länger gedauert, jetzt ist das Geschäft endlich über die Bühne: Der Springer-Konzern bekommt nun viel Geld für den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften wie der "Hörzu". Nun soll das Geld wieder investiert werden. Doch was will Döpfner kaufen?

Von Caspar Busse

"Das Geld ist wie erwartet zu zwei Dritteln bei uns eingetroffen", freute sich Mathias Döpfner, 51, am Dienstag. Das Geld - damit meint der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG immerhin mehr als 600 Millionen Euro. Im vergangenen Sommer hatte Döpfner Regionalzeitungen wie die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt und eine ganze Reihe von Zeitschriften wie Hörzu und Bild der Frau an die Funke-Gruppe in Essen verkauft.

Insgesamt liegt der Kaufpreis bei 920 Millionen Euro, ein Drittel musste Springer aber dem Erwerber stunden, dieses Geld kommt erst in fünf Jahren. In der vergangenen Woche hatte das Bundeskartellamt endlich grünes Licht für den Deal gegeben - wenn auch unter harten Auflagen.

N24 zieht um

Das Kapital will Döpfner nun bald wieder investieren, wenn er sich dabei auch erstmal nicht in die Karten schauen lassen: "Wir haben keine Eile." Aber es gebe eine "äußerst gut gefüllte Liste mit potenziellen Akquisitionen". Ausdrücklich im Visier habe er dabei auch die USA, sagte Döpfner. Beim möglichen Kauf des Wirtschaftsmagazins Forbes sei er aber nicht dabei. Zuletzt war über Springers Interesse an Forbes spekuliert worden.

Einen Zukauf immerhin hat Springer aber bereits an diesem Dienstag verkündet: Zusammen mit dem Partner, dem US-Finanzinvestor General Atlantic, wird in Israel für rund 165 Millionen Euro das führende Rubrikenportal yad2 übernommen.

In das Jahr 2014 ist Springer nach eigenen Angaben mit einem Umsatz- und Gewinnplus gestartet. Springer komme beim Umbau voran, sagte Döpfner: Erstmals würde mehr als die Hälfte von Umsatz und Gewinn mit digitalen Aktivitäten erwirtschaftet. Das sei eine "symbolische Wegmarke". Dabei hat Springer aber bereits alle Geschäfte rausgerechnet, die an die Funke-Gruppe verkauft wurden.

Künftig will Döpfner nun auch den Nachrichtensender N24 mit der Welt-Gruppe verzahnen. Es werde künftig "eine Gesellschaft, einen Standort, eine Führung" geben, und zwar in Berlin. Deshalb müsse N24 wohl umziehen.