SNS Reaal Niederlande verstaatlichen Bank

Verstaatlicht eine Bank: Finanzminister Jeroen Dijsselbloem

(Foto: REUTERS)

Verzockt mit faulen Immobilienkrediten: Die Niederlande verstaatlichen die Bank SNS Reaal, die schon in der Finanzkrise vom Staat gestützt wurde. Die Steuerzahler kostet das 3,7 Milliarden Euro.

Die Niederlande und ihre stabile Wirtschaft sind wie Deutschland eine der Stützen der schwächelnden Euro-Zone. Doch jetzt muss der Staat tief in die Tasche greifen - er verstaatlicht den angeschlagenen Finanzkonzern SNS Reaal. Dies werde insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten, teilte das Finanzministerium mit. Die Summe besteht zum größten Teil aus einer Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro für das Institut. Zudem muss der Staat 0,8 Milliarden Euro auf frühere Hilfen abschreiben - das Geld ist weg.

Zudem bekommt die SNS Reaal, die im Banken- und Versicherungsgeschäft tätig ist, Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden Euro und Bürgschaften über fünf Milliarden Euro. Die neuerliche Rettung des Instituts werde die Haushaltslage dieses Jahr entsprechend verschlechtern, sagte Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, der seit kurzem Euro-Gruppen-Chef ist.

SNS ist mit Vermögenswerten von etwa130 Milliarden Euro die Nummer vier bei den Allfinanzkonzernen in den Niederlanden. Diese bieten ihren Kunden sowohl Bank- als auch Versicherungsprodukte an.

Das Unternehmen hatte bereits 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 750 Millionen Euro vom Staat erhalten. Jetzt leidet der Konzern unter Verlusten aus seinem Immobilien-Engagement.

Laut Finanzminister Dijsselbloem steht das Haus vor Abschreibungen von 2,4 bis 3,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das gesamte Engagement in der Immobilienfinanzierung belief sich zuletzt auf knapp zehn Milliarden Euro.

SNS hatte zuvor über Monate versucht, Firmenteile zu verkaufen und seine Refinanzierungssituation zu verbessern. Der Finanzinvestor CVC soll vor der Verstaatlichung Interesse an einer Übernahme gehabt haben. Das sei jedoch keine tragbare Alternative gewesen, sagte Dijsselbloem. Der Fonds - eine Heuschrecke - habe verlangt, dass der Staat zu viel Risiko übernehme, ohne dafür Kontrolle zu bekommen.