Schuldenkrise in Europa Euro fällt auf tiefsten Stand seit September 2010

Der Euro steht unter Druck: Nachdem er gut ins neue Jahr gestartet war, fällt er nun auf ein 16-Monats-Tief. Grund dafür sind die Herabstufung der ungarischen Kreditwürdigkeit und Berichte über neue Probleme im schuldengeplagten Griechenland.

Der Euro ist in der Nacht zum Montag wegen der Sorgen über eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise im Vergleich zum Dollar auf den tiefsten Stand seit September 2010 gefallen. Zeitweise war die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,2666 Dollar gesunken. Zuletzt konnte sich der Euro allerdings wieder etwas erholen und pendelte um die Marke von 1,27 Dollar.

Die europäische Währung ist seit Tagen wegen einer weiteren Eskalation der Lage in den hochverschuldeten südeuropäischen Staaten unter Druck, nachdem sie noch mit Notierungen über 1,30 Dollar in das laufende Jahr gestartet war.

Experten machten die anhaltend schlechten Nachrichten zur europäischen Schuldenkrise dafür verantwortlich. Ohne einen besseren Ausblick für die Euro-Zone werde es für den Euro keine wirkliche Erholung geben, sagte Rob Ryan von der Bank BNP Paribas. Auch die asiatischen Aktienmärkte notierten überwiegend schwächer. In Japan blieben die Märkte wegen eines Feiertags geschlossen.

Die Sorgen über die Entwicklung der europäischen Wirtschaft sind mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Ungarns wieder größer geworden. Das Land hat nun von allen drei Ratingagenturen den Ramsch-Status erhalten. Auch ein Spiegel-Bericht, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht mehr glaubt, dass Griechenland seine Schulden auf Basis der bisherigen Sanierungspläne dauerhaft tragen kann, sorgte für Unruhe.

In Australien, Südkorea und Hongkong notierten die wichtigen Aktienmärkte schwächer. Gegen den Trend legten die Aktien in Shanghai zu. Der Index notierte gut zwei Prozent höher.

An diesem Montag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Nicolas Sarkozy über das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise. Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung des Fiskalpaktes, der die Euro-Länder sowie EU-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichten soll. Berlin und Paris loten auch Wege für mehr Wachstum und Beschäftigung aus.

Thema im Kanzleramt dürften zudem die stockenden Milliarden-Hilfen für Griechenland sein sowie die Finanzierung des Rettungsschirms ESM, der schon Mitte 2012 starten soll. Möglich ist auch, dass sich Merkel und Sarkozy über die geplante Einführung einer Finanztransaktionssteuer absprechen. Paris erwägt notfalls einen Alleingang. Zur Sprache kommen dürfte auch die drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs und anderer Euro-Länder.