Billiglohnland BRD: Dänen lassen Schweine zunehmend in Deutschland schlachten, weil Löhne hier viel niedriger sind.
Anfang des Jahrtausends war die Welt für die Mitarbeiter in bundesdeutschen Schlachthöfen noch in Ordnung: Für die Knochenjobs gab es ordentlich Geld - 30 bis 40 Mark die Stunde. Das war einmal.
Knochenjob: Dänische Bauern und Firmen lassen Tiere in norddeutschen Schlachthöfen zerlegen. Vor allem Schweine werden über die Grenze transportiert - und gehen in Teilen zurück. (© Foto: dpa)
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Heute verdienen die Schlachter so wenig, dass ein ungewöhnlicher Grenzverkehr zwischen Dänemark und Deutschland stark zugenommen hat: Immer mehr dänische Schweine werden in die Bundesrepublik gekarrt, weil das Töten und Zerlegen der Tiere hierzulande viel weniger kostet. Das Beispiel zeigt: In der globalisierten Welt ist Deutschland inzwischen auch als ein Billiglohnland gefragt, in dem es keinen flächendeckenden Mindestlohn gibt.
Exportprodukt Schweinefleisch
Die Dänen züchten schon lange mehr Schweine, als sie selbst benötigen. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei mehr als 700 Prozent. Der größte Teil des produzierten Fleisches wandert also in den Export, die größte Menge - im Jahr 2008 waren es etwa 542.000 Tonnen - geht in die Bundesrepublik.
Neu ist allerdings, dass Schweinemäster und -züchter ihre Tiere zunehmend lebend über die Grenze transportieren, und auch Schweine in norddeutschen Schlachthöfen grob zerlegen lassen, um die Teilstücke wieder zurück nach Dänemark zu schicken. Das liegt vor allem am Lohngefälle zwischen den beiden Nachbarstaaten.
Osteuropäische Schlachter arbeiten in Deutschland für Dänemark
Was früher die Ausnahme war, ist in Deutschland längst die Regel: In der Schlachtindustrie arbeiten vor allem osteuropäische Arbeitnehmer für Niedriglöhne von fünf bis neun Euro, in einzelnen Fällen für sogar noch weniger Geld.
Diese osteuropäischen Schlachter haben in der Regel Werkverträge. Ihr Arbeitgeber, der sie in die deutschen Betriebe schickt, sitzt im Ausland. Möglich ist dies durch das EU-Entsendegesetz. Bernd Maiweg, Referatsleiter für Fleischwirtschaft in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), schätzt, dass inzwischen "mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in den klassischen Schlachtbetrieben der Republik nicht dem deutschen Arbeitsrecht unterliegen".
Die übrig gebliebenen heimischen Mitarbeiter verdienen nach seinen Angaben etwa 15 Euro je Stunde. Aber auch für sie gilt kein Flächentarifvertrag. In der Fleischindustrie gibt es keinen Arbeitgeberverband, mit der die NGG verhandeln könnte. Nicht selten sind deshalb Haustarifverträge.
Personalabbau beim dänischen Branchenriesen
Ganz anders sieht es in den dänischen Schlachthöfen aus. Bislang erhielten Fachkräfte, die fast alle Mitglied einer Gewerkschaft sind, Stundenlöhne von um die 20 Euro. Doch nun müssen sie um ihre berufliche Existenz fürchten.
2600 Mitarbeiter hat der dänische Branchenriese Danish Crown bereits entlassen. Einen weiteren Personalabbau hat das Unternehmen bereits angekündigt. Die NGG wettert deshalb: "Billiglöhne auf deutschen Schlachthöfen vernichten Arbeitsplätze in Dänemark."
Für die Gewerkschaft sind die Zustände in der Branche ein Beispiel dafür, warum in Deutschland eine gesetzliche Lohnuntergrenze notwendig ist. "Wir brauchen einen flächendeckenden Mindestlohn von 7,50 Euro, um Dumpinglöhne zu verhindern", sagt NGG-Referent Maiweg. Und dieser sei möglichst schnell schrittweise zu erhöhen.
Freiwilliger Mindestlohn bei deutschem Fleischvermarkter
Da es dafür aber derzeit keine politische Mehrheiten gibt, hofft die Gewerkschaft zumindest, dass die Fleischindustrie in das neugefasste Mindestarbeitsbedingungen-Gesetz aufgenommen wird. Dies erlaubt Mindestlöhne in Wirtschaftszweigen, in denen die Tarifbindung unter 50 Prozent liegt.
Dass es auch anders geht, zeigt Westfleisch, der drittgrößte Fleischvermarkter Deutschlands. Das Unternehmen zahlt seit Oktober 2007 freiwillig einen Mindestlohn von 7,50 Euro - daran müssen sich auch die osteuropäischen Subunternehmer halten, deren Mitarbeiter bei Westfleisch Schlachttiere zerlegen.
(SZ vom 23.07.2009/kfa/pak)
Gysi gegen Lafontaine
wir leben in einem S................XXXXXXXXXXXLL
Ich las bei Ihnen, Gerade weil die Deutschen... so unersättlich sind und so hohe Löhne fordern, werden sie in deutschen Schlachthöfen eben nicht mehr geschlachtet.
Aber Glück, sie werden, weil unersättlich, sie wollen nicht nur satt werden, sie wollen auch noch ihre miete zahlen und ihren Kindleins was zum Geburtstag schenken, nur mehr nicht beschäftigt. Ein wichtiger Unterschied!
Alle Macht "dem freien Markt", die Arbeit sucht sich den billigsten Arbeiter, der Kapitalbesitzer das lauschigste Plaetzchen, der Schwache eine Bruecke.
Irgendwann werden sie merken, dass die Zahler ausgehen!!!!
so unersättlich sind und so hohe Löhne fordern, werden sie in deutschen Schlachthöfen eben nicht mehr beschäftigt. Die Leute aus Osteuropa sind nun mal billiger und wieder alle Diskussionen um Mindestlöhne reine Spiegelfechterei.
Ein Thema, das uns mit Sicherheit noch weit über die nächste Wahl verfolgen wird, uns aber nie einholt.
Stets wird geschrieben, die Einführung von ML würden reguläre AP vernichten, selbstverständlich ohne Beispiele, in Ländern, die damit keine Probleme haben, zu nennen. Das Gegenteil dürfte die Regel sein. Kein ML in der BRD zu haben, vernichtet heute die AP bei den anständigen Unternehmen, die marktgerechte Löhne zahlen wollen und ein Respekt vor der geleisteten Arbeit ihrer Mitarbeiter haben. Die großen Gewinner sind Gauner vom Bau, Call-Centern, Schlachthöfen, Frisörläden, Zeitarbeit usw., die Liste ist beliebig erweiterbar, die von vorne rein mit dem Aufstocken kalkulieren und sich so das Abzocken der Mitarbeiter vom Staat bzw. Steuerzahler ganz legal finanzieren (vergolden) lassen. Dass weder CDU oder FDP dagegen vorgehen, ist einfach zu erklären. Keiner schlachtet die Lobby-Henne bzw. die Lobby-Klientel, die goldene Lobby-Eier legt. Spätesten nach der Tätigkeit im Bundestag ist jeder bei einem gut dotierten Lobby-Posten dort auf sie angewiesen. Partei übergreifend und am 29.09.09 auch von Angela M. angeblichen über 50 Prozent Fans legitimiert!
Etwas Positives hat der Artikel aber auch. Für alle, die schon im Geografie-Unterricht gern geppent hatten, wissen jetzt wo China liegt!
Armes Land
Paging