Ryanair Ryanair streicht bis Ende Oktober 2000 Flüge

  • Etwa 2100 Flüge fallen in den kommenden sechs Wochen bei Ryanair aus.
  • Mit der Reserve an Flugzeugen will der Billigflieger die Pünktlichkeitsquote des Konzerns verbessern.
  • Betroffene Passagiere würden dem Unternehmen zufolge über ihre gestrichenen Verbindungen informiert.

Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge zu streichen. Dadurch würden bis Ende Oktober täglich 40 bis 50 Flüge ausfallen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung auf seiner Website. Dies entspreche weniger als zwei Prozent aller Ryanair-Verbindungen, immerhin 2500 pro Tag. Die Maßnahme solle so die Pünktlichkeit vor Inkrafttreten des Winter-Flugplans Anfang November verbessern.

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Als Grund für die zunehmenden Verspätungen bei den Flügen während der Sommermonate verweist Ryanair auf Fluglotsenstreiks in Frankreich, schlechtes Wetter und eine Häufung der Urlaube von Piloten und Kabinenpersonal sowie Kapazitätsengpässe bei den Flugkontrollen. Dadurch sei die Pünktlichkeitsquote der Airline auf unter 80 Prozent gesunken. Durch die Streichungen habe die Gesellschaft mehr Flugzeuge in Reserve und könne die "Belastbarkeit unserer Flugpläne verbessern und die Pünktlichkeit auf unser Jahresziel von 90 Prozent wiederherstellen", sagte Unternehmenssprecher Robin Kiely.

Aus Bieterrennen um Air Berlin hatte sich Ryanair kürzlich verabschiedet

Betroffene Passagiere würden von Ryanair direkt kontaktiert. Sie können ihren Flug umbuchen oder bekommen den Preis der Tickets erstattet. Auf Twitter reagieren viele Fluggäste empört. Einige berichten, dass sich nicht über ihren gestrichenen Flug informiert worden seien.

Betroffene können zusätzlich eine Entschädigung einfordern. Nach der Fluggastrechte-Verordnung der EU steht Passagieren je nach Strecke 250, 400 oder 600 Euro zu, wenn ihr Flug kurzfristig annulliert wird.

Das irische Unternehmen fliegt auch mehrere Ziele in Deutschland an. Aus dem Bieterkampf um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hatte es sich Ende August aber zurückgezogen. Die Iren haben Beschwerde beim Bundeskartellamt und bei der EU-Wettbewerbskommission eingericht, weil der Lufthansa vorwerfen, sie würde bei den Verhandlungen bevorzugt. Ryanair-Chef Michael O'Leary sprach von einem "offensichtlichen Komplott" von Regierung, Lufthansa und Air Berlin, das gegen die Wettbewerbsregeln in Deutschland und der EU verstoße. Dass Ryanair expandieren will, ist unbestritten. Dem Konzernchef zufolge sei ein Angebot für die insolvente Alitalia abgegeben worden. Sie soll weitgehend übernommen werden und als Marke erhalten bleiben.

Wirtschaftlich steht Ryanair derzeit gut da: Sein zweites Quartal von April bis Ende Juni schloss der Billigflieger mit einem Nettogewinn von 397 Millionen Euro ab. Gemessen an den Passagieren ist Ryanair die größte Fluggesellschaft Europas. Im vergangenen Jahr hat sie 117 Millionen Menschen befördert. Zum Vergleich: die Lufthansa-Gruppe flog knapp 110 Millionen.

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