Rücktritt des Euro-Gruppen-Chefs Juncker tritt ab

Jean-Claude Juncker gibt das Amt des Euro-Gruppen-Chefs auf. Der luxemburgische Regierungschef kündigte beim Finanzministertreffen in Brüssel an, seinen Posten zu räumen.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker will seinen Posten an der Spitze des Gremiums in den kommenden Wochen abgeben. Er habe seine Kollegen darüber informiert, dass er das Amt Ende des Jahres 2012 oder zu Beginn des kommenden Jahres abgeben wolle, sagte Juncker am Montagabend in Brüssel.

Der Luxemburger führt die Euro-Gruppe seit dem 10. September 2004. Juncker hatte im Juli ein neues zweieinhalbjähriges Mandat erhalten, das er aber spätestens "zu Beginn des kommenden Jahres" abgeben wollte. Zuvor hatte es monatelange Diskussionen um die Besetzung des Postens und somit die Führung des wichtigsten Gremiums der Euro-Zone im Kampf gegen die Schuldenkrise gegeben.

Juncker kündigte mehrfach an, die Führung des Gremiums abzugeben. Die Bundesregierung brachte daraufhin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Euro-Gruppen-Chef ins Gespräch, nach dem Regierungswechsel in Frankreich bekamen Schäuble und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jedoch Gegenwind von der neuen sozialistischen Regierung unter Staatschef François Hollande. Ein vorläufiger Verbleib Junckers im Amt war somit ein Kompromiss.

Ob Schäuble unter diesen Umständen noch einmal den Versuch unternimmt, den Vorsitz der Euro-Gruppe zu übernehmen, ist unklar. Er selbst äußert sich seit geraumer Zeit nicht mehr zu dieser Frage.

Bei dem Treffen in Brüssel kündigte Jean-Claude Juncker Hilfskredite in Höhe von 39,5 Milliarden Euro für Spaniens marode Banken an.