Nach Kauf von Chrysler Fiat sagt Ciao

Mit Hingabe: Eine Italienerin schiebt ihren liegengebliebenen Fiat an.

Ein ganzes Jahrhundert lang war Fiat ein fester Teil Italiens. Nach der Fusion mit dem US-Konzern Chrysler ändert der wichtigste private Arbeitgeber des Landes seinen Namen - und zieht hinaus in die Welt.

Es ist das Ende einer Legende - oder zumindest ihre Transformation: Nach dem Kauf des US-Autobauers Chrysler benennt sich Fiat in "Fiat Chrysler Automobile" um und verlegt den Hauptsitz der Konzernmutter in die Niederlande. Der Name stehe für ein neues Kapitel, erklärt Fiat-Präsident John Elkann. Dieses neue Kapitel handelt auch vom Abschied einer Traditionsmarke aus ihrer Heimat Italien.

Fiat wurde im Jahr 1899 gegründet und hat heute etwa 197 000 Beschäftigte, davon rund 80 000 in Italien. Damit ist der Autobauer der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber des Landes. Chrysler hat etwa 55 000 Mitarbeiter.

Der neue Konzern handelt global. Er spielt nicht mehr von Turin aus auf dem Automarkt mit, sondern von überall. Um eine echte Ebenbürtigkeit der beiden großen Autokonzerne zu schaffen, habe der Vorstand entschieden, Fiat Chrysler Automobile (FCA) als Mutterkonzern in den Niederlanden anzusiedeln. Seinen steuerrechtlichen Sitz wird FCA nach Großbritannien verlegen. Die Aktien des Konzerns sollen an den Börsen in New York und Mailand gehandelt werden. Fiat-Aktionäre sollen für jedes ihrer Fiat-Papiere eines von FCA erhalten.

Fiat hatte den 4,35 Milliarden Dollar (3,21 Milliarden Euro) teuren Kauf von Chrysler vor wenigen Wochen abgeschlossen. Der Zusammenschluss schuf den siebtgrößten Autokonzern der Welt. Fiat war im Jahr 2009 mit 20 Prozent bei Chrysler eingestiegen und hatte die Managementverantwortung übernommen. Chrysler war zuvor zahlungsunfähig geworden. Für den Neuanfang hatte das Unternehmen umgerechnet fast neun Milliarden Euro Hilfe vom Staat bekommen.

In mehreren Schritten stockte Fiat in den folgenden Jahren seinen Anteil an Chrysler auf. Dem Kauf der letzten 41,46 Prozent ging ein monatelanger Streit um den Preis mit der US-Autogewerkschaft UAW voraus.

Im Jahr 2013 schrieb Fiat nur dank Chrysler wieder schwarze Zahlen. Der Ausblick für 2014 sieht noch bescheiden aus.