Von Catherine Hoffmann

Zu einer florierenden Wirtschaft gehören leistungsgerechte Löhne. Es wird daher Zeit, dass auch die Beschäftigten ihren Anteil am wirtschaftlichen Erfolg bekommen.

Seit der Motor der deutschen Wirtschaft wieder schnurrt, hat sich die Stimmung verändert. Jahrelang predigten Arbeitgeber und Politiker Lohnzurückhaltung. Heute sagt niemand mehr: Leute, ihr müsst den Gürtel enger schnallen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mahnt allenfalls: "Wir dürfen den wirtschaftlichen Aufschwung auf gar keinen Fall belasten oder gefährden."

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Die Verteilung der Einkommen in Deutschland empfinden viele als ungerecht. (© iStock)

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Gewerkschaften haben Mini-Lohnerhöhungen satt, sie wollen kräftige Aufschläge aushandeln. Die Arbeitnehmer haben es verdient, dass sie mit deutlichen Lohnerhöhungen ihren gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg erhalten.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Beschäftigten nur Krümel vom Kuchen abbekommen. Die Unternehmer waren darauf fixiert, die Lohnkosten möglichst gering zu halten - mit Erfolg. Die Lohnzuwächse in Deutschland blieben deutlich hinter der Entwicklung in anderen Industrienationen zurück. Im letzten Aufschwung vor der Finanzkrise - 2004 bis 2008 - stiegen die Tariflöhne gerade mal um zwei Prozent im Jahr.

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