Eine deutsche Behörde zwingt die Airline Emirates, auf bestimmten Strecken keine günstigeren Preise anzubieten als die Lufthansa. Die Araber sind empört.
Der Brief ist in freundlichem Ton gehalten und schließt so: "Ich muss Sie um Verständnis bitten, dass Emirates wie auch andere Nicht-EU-Luftfahrtunternehmen keine Preisführerschaft auf den genannten Relationen ex Deutschland wahrnehmen können." Unterzeichnet von Andreas Marquardt, Chef des Bundesamtes für Güterverkehr.
Verbot durch das Bundesamt für Güterverkehr: Emirates darf auf bestimmten Strecken keine günstigeren Flüge anbieten als die Lufthansa. (© Foto: dpa)
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Das Papier ist äußerst brisant. Denn mit dem Schreiben verbietet die dem Bundesverkehrsministerium zugeordnete Behörde der Fluggesellschaft, günstigere Preise anzubieten als die Lufthansa, für die Emirates ein großer Konkurrent auf Langstrecken ist. Konkret geht es um Verbindungen von Frankfurt nach Johannesburg sowie von Hamburg und Berlin nach Singapur. Doch Andrew Parker, Cheflobbyist von Emirates, befürchtet, dass die "gleiche Logik für unser ganzes Streckennetz gilt". Da das Amt Mindeststrafen von 25.000 Euro pro Fall angekündigt hat, habe Emirates seine Preise "unter Protest" um bis zu 20 Prozent erhöht.
Airline fühlt sich massiv benachteiligt
Das Amt beruft sich auf das Luftverkehrsabkommen zwischen Dubai und Deutschland. Demnach dürfe eine nichteuropäische Fluggesellschaft im "sechsten Freiheitsverkehr" - also bei Flügen über einen Umsteigeflughafen im Ausland zu einem Ziel in einem Drittland - nicht "die Preisführerschaft" übernehmen.
Auf der Strecke Frankfurt-Singapur dürften also Lufthansa und Singapore Airlines die günstigsten Preise anbieten, nicht aber Emirates, bei der die Passagiere in Dubai umsteigen müssen. In dem entsprechenden Abkommen heißt es sinngemäß, die Regierungen würden für sich das Recht in Anspruch nehmen, die Preise zu überwachen, um Marktverzerrungen zu verhindern. Die Klauseln sind nicht unüblich, sie führen aber praktisch nie zu konkreten Folgen.
Emirates-Mann Parker ist deswegen empört: "Das ist eine Regel aus der Steinzeit." Emirates fliegt seit Jahrzehnten nach Deutschland und hat wegen der Preise noch nie Probleme bekommen.
Die Airline fühlt sich auch deswegen massiv benachteiligt, weil die unbequemeren Umsteigeverbindungen branchenweit in der Regel billiger sind als Direktflüge. Amtschef Marquardt zufolge muss Emirates nicht als Einzige Preise ändern. Das Bundesverkehrsministerium bestätigt zwar den Fall, macht zu weiteren Airlines aber keine Angaben. Die Lufthansa betont, sie habe sich über die Emirates-Preise nicht beschwert.
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(SZ vom 20.11.2009/tjon/tob)
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Mubarak-Prozess in Ägypten
ist wirklich das letzte.
Von wegen "nicht beschwert" ..... das nimmt doch niemand ab.
Wenn sie einen halbwegs guten Service bei halbwegs vernünftigen Preisen hätten gäbe es keinen Grund für derlei Aktionen.
Ich jedenfalls versuche immer ohne Lufthansa auszukommen. Was bei 40.000 Miles pro Jahr bestens funktioniert, und hej bei anderen airlines bekomme ich ein freundliches lächeln ohne automatenlogik zu einem tollen preis .....
In der Annahme, daß internationale Abkommen Gesetzescharakter haben, müssen sich die Behörden allerdings auch daran halten.
Verbraucherschutz made bei Behörde.
Und dann noch so plump. Wenn man einheimische Unternehmen schützen will, gibt es sicher "elegantere" Lösungen für Behörden als denen einen Brief zu schreiben, worin man dem ausl. Konkurrenten untersagt günstiger zu sein.
Ein schönes Beispiel deutscher Behördentätigkeit - dumm, plump und ohne nachzudenken mit dem Kopf direkt durch die Wand.