Kosten für Energie Strompreis hat sich seit 2000 fast verdoppelt

  • Verbraucher müssen 2014 fast doppelt so viel für Strom zahlen wie 2000.
  • Preise für Stromerzeugung haben sich im gleichen Zeitraum weit weniger deutlich erhöht.
  • Für Stromverteiler wie Stadtwerke sind die Preise in den letzten Jahren erheblich gesunken.

Stromerzeugung nur ein Drittel teurer

Der Strompreis für private Verbraucher hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt. Im Durchschnitt müssen Haushalte heute 92 Prozent mehr für Strom zahlen als noch vor 14 Jahren, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Die Kosten für die Stromerzeugung seien dagegen lediglich um 35 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem höhere Steuern und Umlagen wie die zur Finanzierung der erneuerbaren Energien.

Preise für Industrie steigen um knapp 80 Prozent

Industrieunternehmen und kleine Gewerbebetriebe mussten in dem Zeitraum von Januar 2000 bis August 2014 Preiserhöhungen zwischen 76 und 79 Prozent hinnehmen. Seit 2008 lief es allerdings für industrielle Großkunden deutlich besser. Sie zahlen für Strom aktuell nur fünf Prozent mehr als im Juli 2008, so die Statistik. Anders als Privatleute (+36 Prozent) und kleine Gewerbetreibende (+38 Prozent) konnten die Unternehmen die seitdem stark gefallenen Großhandelspreise nutzen, indem sie selbst an den Strombörsen einkauften oder kurzfristig bessere Verträge mit ihren Stromlieferanten aushandelten.

Auch die Befreiungen von der Ökostrom-Umlage für besonders Energie verbrauchende Betriebe sind laut Statistischem Bundesamt im Preis-Index berücksichtigt. Bürger und Wirtschaft zahlen die Umlage zur Finanzierung der Energiewende über den Strompreis. Unternehmen, die sehr viel Energie benötigen, erhalten massive Rabatte. Das schlägt sich in der Umlage der privaten Verbraucher nieder.

Stadtwerke zahlen seit 2008 viel weniger

Für die Energieverteiler wie zum Beispiel regionale Stadtwerke ist der Strompreis seit Sommer 2008 um nahezu die Hälfte (46 Prozent) gefallen. Verbraucherzentralen hatten kritisiert, dass diese Preisvorteile nicht an Privatverbraucher weitergegeben würden. Die niedrigeren Erzeugerpreise sind unter anderem auf die wachsenden Strommengen aus erneuerbaren Energien zurückzuführen.