Eine fette Rechnung zum Schluss: Karstadt-Insolvenzverwalter Görg kann sich auf ein hohes Honorar freuen - im Gespräch ist ein zweistelliger Millionenbetrag.
Es soll sein letztes großes Mandat sein. Klaus Hubert Görg, einer der bekanntesten Insolvenzverwalter in Deutschland, versucht derzeit, den Warenhauskonzern Karstadt zu retten, es geht um 25.000 Jobs.
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Sein letzter großer Fall: Zum Ende der Karstadtinsolvenz könnte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eine dicke Rechnung stelle: Man spricht von 50 Millionen Euro. (© ag.dpa)
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Noch ist der promovierte Jurist, der Ende November seinen 70. Geburtstag feiern wird, nicht am Ziel. Der Investor Nicolas Berggruen verhandelt noch immer mit den Vermietern der Karstadt-Immobilien, solange das aber nicht geklärt ist, ist der Verkauf nicht über die Bühne.
Doch immerhin wird sich Görg am Ende, so wie es aussieht, zu den Gewinnern zählen können. Sein Honorar für die Betreuung des Karstadt-Insolvenzverfahrens könnte nach SZ-Informationen aus Verhandlungskreisen bei mehr als 50 Millionen Euro liegen. Mancher rechnet gar mit 55 Millionen Euro. Görg nimmt dazu derzeit keine Stellung. "Dazu sagen wir nichts. Außerdem ist es noch zu früh, um eine Rechnung aufzumachen", betonte Görgs Sprecher.
Der größte Auftrag seines Lebens
Vor gut einem Jahr, an einem trüben Sommertag, stellte der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor in Essen Insolvenzantrag. Und Görg erhielt vom Amtsgericht das lukrative Mandat. Der geborene Düsseldorfer, Sohn eines Professors für Staatsrecht, hatte sich früh einen Namen als Sanierungsberater gemacht.
So war er beim Flugzeugbauer Grob an Bord, bei der Insolvenz des Autozulieferers Edscha, und er organisierte die Sanierung des angeschlagenen Industrieunternehmens Klöckner-Humboldt-Deutz.
Karstadt und Arcandor gehören zu seinen bisher größten Aufträgen. Seit mehr als einem Jahr sei im Büro Görg ein Team von bis zu 20 Mitarbeitern nahezu ausschließlich mit der Insolvenz des Essener Handelskonzerns beschäftigt, heißt es. Zur Lösung von Detailfragen würden für einen begrenzten Zeitraum sogar weitere Experten, wie Spezialanwälte oder Wirtschaftsprüfer, hinzugezogen.
Noch lange Arbeit wegen Karstadt
Auch mit einem möglichen rechtskräftigen Verkauf der Warenhäuser an den Investor Berggruen ist die Arbeit des Insolvenzverwalters nicht beendet. "Da gibt es sicherlich noch ein paar Jahre Arbeit für die Mannschaft von Görg", schätzt ein anderer Verwalter, der Erfahrung in großen Verfahren gesammelt hat.
Seine Schlussrechnung dürfte Görg aber bereits an dem Tag aufmachen, an dem Karstadt rechtskräftig verkauft ist. Geprüft wird diese Rechnung dann zunächst von den elf Vertretern des Gläubigerausschusses, ehe dann das zuständige Amtsgericht die Angemessenheit der Forderung kontrolliert. Erst dann würde der Betrag ausgezahlt.
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wurde der Auftrag nicht versteigert? In einer ersten Runde bewerben sich die Insolvenzverwalter, danach wird der Auftrag unter den prinzipiell akzeptierten Bewerbern versteigert. Gebührenordnungen sind was feines, vor allem wenn solche Summen rausspringen.
Beim Wendelin Wiedeking mit seinen 70(?) Mio Jahresgehalt nach milliardenschweren Rekordgewinnen für Porsche hiess es "abartig", für einen vom Insolvenzgericht beauftragen Anwalt hält sich der Widerstand in überschaubaren Grenzen. Der Unterschied ist nur, dass Porsche das Geld hatte, aber Karstadt Pleite ist und zigtausende den Job verloren haben. Das Geld wäre genau wie fällige "Boni" des alten Managements und der nächsten 3 Verwaltungsebenen darunter besser in einem Sozialplan aufgehoben.
Der Insolvenzverwalter wird sicher auch als Aufstocker den entsprechenden Antrag stellen, denn so ist er ja nicht lebensfähig....(Villen im Ausland, Segel- und Motorjachten, Mietshäuser und Aktienpakete lassen sich sonst nicht finanzieren....
"Verhandlungskreisen bei mehr als 50 Millionen Euro liegen. Mancher rechnet gar mit 55 Millionen"
Warum nicht 100 oder 500 Millionen, schliesslich geht es um 25.000 Jobs. Es waren mal 43.000, wenn er die gerettet hätte, ja dann wären auf jedenfall die 100 Millionen angemessen und hart verdient. Die unverborgene, kaltschnäutzige Ausplünderung strebt dem nächsten Höhepunkt entgegen. Geschützt von Gesetzestexten einer korrupte Elite.
Es gibt einen von mir gern zitierten Kommentar http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/224/482677/text/ von Herrn Beise, in dem er wahrlich eindrucksvoll die Notwendigkeit dieses hohen Preises beschreibt und zugleich, aber sicher nicht absichtlich, widerlegt. Es geht um Regeln die der Gesetzgeber vorschreibt, so das Preise wie hier gar nicht in Betracht kommen. Das gilt allerdings nur dann, wenn es sich um Krankenschwestern oder Müllmannern handel und nicht um unersetztbares Elitenspitzenpersonal.
Die Begeisterung der Kommentatoren und das große Verständnis hier kann man verwirrend oder auch besorgniserregend empfinden. Ich frage mich woher das kommt. Meines Erachtens handelt es sich bei Veträgen die ein solches Ergebnis zulassen um organisierte Kriminalität.
Ich frage mich auch warum die Bundeskanzlerin die sich immerhin um 80 Millionen Menschen kümmert, und davon haben sogar 40 Millionen einen mehr oder weniger gut bezahlten Job, nur 250.000 Euro bekommt.
PS: Liebe SZ, planen Sie die Bewertungsfunktion jemals wieder zu aktiviern. Ich halte es für eine gute Art ohne auf jeden Kommentar direkt eingehen zu müssen, um meine Begeisterung ausdrücken zu können. Freundliche Grüße
Sie haben ja so recht!
..müssen ständig solche Meldungen über Millionenabfindungen unters gemeine Volk geworfen werden? Es wird sich daran nie etwas ändern, aber es schürt weiterhin den Hass, unter denen, die benachteiligt sind.
Paging