Karl-Thomas Neumann VW-Manager soll Opel-Chef werden

Milliardenverluste, Jobabbau und Werkschließungen: Auf Karl-Thomas Neumann warten keine leichten Aufgaben. Der frühere VW-Manager soll im kommenden Jahr den Chefposten beim schwer angeschlagenen Autohersteller Opel antreten.

Karl-Thomas Neumann (Archivfoto) soll die Führung bei Opel übernehmen.

(Foto: dapd)

Es gibt derzeit wohl kaum einen schwierigeren Job in der deutschen Autobranche als den Chefposten bei Opel. Der VW-Manager Karl-Thomas Neumann will sich der Herausforderung aber offenbar stellen: Schon im kommenden Jahr soll er die Führung bei der angeschlagenen GM-Tochter übernehmen, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels, der vom Opel-Aufsichtsrat noch abgesegnet werden müsse, sei nicht bekannt.

Neumann könne seine neue Stelle aber wegen der branchenüblichen Sperrfristen voraussichtlich erst im Sommer antreten. Opel hat den Chefwechsel nicht bestätigt. "Zu Personalspekulationen nehmen wir keine Stellung", sagte ein Opel-Sprecher. Neumann ließ aber über die Nachrichtenagentur dpa ausrichten, dass der Wechsel klappt.

Derzeit leitet Thomas Sedran das Unternehmen. Er soll nach Firmenangaben aber nur so lange im Amt bleiben, bis ein neuer Chef gefunden ist.

Neumann war bis zum Sommer für das China-Geschäft von VW verantwortlich. Bei seiner Ablösung hatte VW-Chef Martin Winterkorn erklärt, für ihn würden nun neue Aufgaben gesucht.

Opel kämpft ums Überleben. In diesem Jahr werden das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen und seine britische Schwestermarke Vauxhall wohl Verluste von bis zu 1,4 Milliarden Euro an die Konzernmutter in Detroit melden.

GM versucht daher, sein Europageschäft zu sanieren. Dem Rettungsplan wird wohl das Opel-Werk in Bochum zum Opfer fallen, wie Opel Anfang der Woche noch einmal bekräftigte. Bis zum Jahresende sollen insgesamt 2600 Jobs in Europa wegfallen.

Opel macht die Absatzmisere in Südeuropa besonders schwer zu schaffen, weil die Marke bedingt durch die globale GM-Strategie keinen Ausgleich durch Verkäufe in andere Regionen schaffen kann. Der Autobauer kann die Produktion nach Expertenschätzungen deshalb nur etwa zu zwei Dritteln auslasten - das gilt als nicht profitabel.