Immobilienmarktbericht Das Eigenheim wird zum unerfüllbaren Traum

Im eigenen Haus zu wohnen, wie hier in Ehningen bei Stuttgart, wird für Normalverdiener immer schwieriger.

(Foto: Max Boettinger / Unsplash)
  • Die Immobilienpreise in Deutschland steigen rasant: Allein seit 2014 haben sie um fast ein Viertel angezogen.
  • Die Preise steigen damit deutlich schneller als die Einkommen.
  • Besonders teuer ist laut der Erhebung der amtlichen Gutachterausschüsse München - sowohl für Häuser als auch Wohnungen.
Von Kristiana Ludwig

Der Traum vom eigenen Häuschen bleibt immer häufiger genau das: ein unerfüllbarer Traum. Die Preise für Wohneigentum steigen in Deutschland in rasantem Tempo, fast 25 Prozent mehr als noch 2014 haben Käufer im vergangenen Jahr für Immobilien ausgegeben. Für rund eine Million verkaufter Häuser und Gebäude zahlten die neuen Eigentümer insgesamt knapp 240 Milliarden Euro. Das zeigt der aktuelle Immobilienmarktbericht der amtlichen Gutachterausschüsse, die den Markt in verschiedenen Regionen Deutschlands beobachten.

Mit den erneut gestiegenen Preisen setzt sich der Trend der vergangenen Jahre unvermindert fort. Seit 2009 legten die Ausgaben für Immobilien jährlich um neun Prozent zu. Das meiste Geld fließt den Gutachtern zufolge in den Wohnungsmarkt, besonders die Preise für selbst genutzte Wohnungen und Häuser zogen in den vergangenen Jahren an. Der Quadratmeterpreis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus lag im Bundesdurchschnitt bei 1545 Euro.

München ist die teuerste Stadt

München war dabei die Stadt mit den bundesweit höchsten Quadratmeterpreisen. In der bayerischen Landeshauptstadt kosteten ein mal ein Meter Eigenheim demnach im Schnitt 8500 Euro. Auch der Landkreis München und die Stadt Konstanz landeten weit oben in der Rangliste der teuersten Gegenden des Landes.

Am günstigsten ist das Eigenheim dagegen in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Landkreis Mansfeld-Südharz beispielsweise kostet ein Quadratmeter Wohnfläche gerade einmal 380 Euro.

Auch bei den Preisen für Wohnungen lag München mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 5500 Euro an der Spitze. Aber auch auf Sylt oder in Küstenregionen Niedersachsens waren Wohnungen besonders teuer. Für Investoren, die ganze Mehrfamilienhäuser erwarben, stagnierten dagegen die Preise.

Immobilienpreise steigen viel schneller als Einkommen

Insgesamt ist Wohneigentum begehrter als alle anderen Immobilien. Zwei Drittel aller Investitionen flossen in Wohnfläche. Für die Bürger ist das eine schlechte Nachricht. Denn selbst wenn das Bundeswirtschaftsministerium in seinem aktuellen Monatsbericht über eine "gute wirtschaftliche Entwicklung" jubelt, die auch steigende Löhne nach sich ziehe: gegen die rasenden Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt richtet auch der bessere Verdienst wenig aus.

Der Deutsche Mieterbund fordert deshalb längst eine soziale Wohnungsbauoffensive. In Deutschland fehlten dem Verein zufolge eine Million Wohnungen. Die Folge seien nicht nur höhere Kaufpreise, sondern auch stark ansteigende Mieten. Vor allem in den Städten führe das zu einer Verdrängung Einkommensschwächerer und Durchschnittsverdiener-Haushalte an die Ränder. Der Mieterbund fordert deshalb, jedes Jahr 80 000 neue Sozialwohnungen zu bauen.

Die Union will Familien beim Hauskauf unterstützen, indem sie ein "Bau-Kindergeld" einführt. "Ein Freibetrag von 100 000 Euro, der pro Kind um jeweils weitere 5000 Euro aufgestockt wird, würde jungen Familien die Bildung von Wohneigentum erheblich erleichtern und Mitnahmeeffekte vermeiden", sagt deren Mietrechtsexperte Jan-Marco Luczak dem Tagesspiegel. Die SPD will unterdessen die Mietpreisbremse, die bislang weitgehend wirkungslos blieb, weiter verschärfen. So sollen Vermieter gesetzlich zur Offenlegung der Vormiete verpflichtet werden, damit sich die neuen Mieter besser gegen zu hohe Kosten wehren können.

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