Lohnerhöhungen notwendig: Nur wenn die Konsumenten erwarten können, dass ihre Einkommen steigen, kann Deutschland aus eigener Kraft die Krise überwinden.
Beschäftigungssicherung ist das Gebot der Stunde. Beschäftigungssicherung ist das, was Belegschaften wollen. So oder so ähnlich klingt es aus den Vorstandsetagen wichtiger Gewerkschaften. Die IG Metall stellt die Beschäftigungssicherung sogar über die Lohnforderung. Das bedeutet, die Mitarbeiter verzichten auf eine Lohnerhöhung oder sie arbeiten weniger, wenn die Zahl der Arbeitnehmer im Betrieb gehalten wird.
Heiner Flassbeck war unter Oskar Lafontaine Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und ist heute Chefvolkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung, UNCTAD. (© Foto: dpa)
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Doch dieses vermeintlich gute Zusammenspiel entpuppt sich oft als schwerwiegender Irrtum. Lohnverzicht kann die Beschäftigung in einem einzelnen Betrieb sichern - gesamtwirtschaftlich führt er tiefer in die Rezession. Die Gewerkschaften haben lange nicht hinterfragt, wie die Verkürzung der Arbeitszeit und ein damit verbundener Lohnverzicht auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wirken. Das rächt sich jetzt in der Krise.
Nehmen wir den mittlerweile klassischen Fall. Der Autokonzern Daimler macht Verluste. Er kürzt daher die Arbeitszeit der Mitarbeiter, die nicht in Kurzarbeit sind, im Einvernehmen mit den Gewerkschaften um zehn Prozent. Im Gegenzug verzichtet das Unternehmen auf Kündigungen. Folglich sinkt die Lohnsumme der betroffenen 90.000 Arbeitnehmer um zehn Prozent. Dies ergibt bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 4000 Euro eine Kostensenkung für das Unternehmen von etwa 400 Millionen Euro. Immerhin werden dadurch die erwarteten Verluste von Daimler erheblich reduziert.
Die zweite Rechnung
Die gesamtwirtschaftliche Rechnung sieht dagegen anders aus: Die 400 Millionen Euro verringern die Kaufkraft der Daimler-Mitarbeiter. Wenn die Beschäftigten den Gürtel enger schnallen, wirkt sich das auf die Nachfrage nach Gütern anderer Unternehmen aus. Die zu erwartenden Verluste dieser Firmen steigen also genau in dem Ausmaß, wie sich die von Daimler erwarteten Verluste vermindern. Für die Volkswirtschaft als Ganzes bringt die Sparmaßnahme des Autokonzerns und seiner Gewerkschaften folglich schon im ersten Zug keine Verbesserung. Wenn nun andere Firmen wegen der erwarteten Verluste dem Daimler-Beispiel folgen und die Löhne kürzen, dann führt das direkt in die Katastrophe.
Nehmen wir an, die Löhne der zehn Millionen Beschäftigten aller Industriebetriebe in Deutschland würden im Laufe des nächsten Jahres im Einvernehmen mit den Gewerkschaften um zehn Prozent gesenkt werden, dann sinkt - wiederum bei unverändertem Sparverhalten der Arbeitnehmer - die gesamtwirtschaftliche Nachfrage allein von dieser Seite um etwa 50 Milliarden Euro. Was werden die Unternehmen tun, wenn sie merken, dass ihre Verlusterwartungen immer wieder falsch sind, weil die Nachfrage immer wieder schwächer ist als erwartet? Werden sie noch einmal mit den Gewerkschaften verhandeln, um eine Lohnkürzung von 20 Prozent zu erreichen? Vielleicht werden sie auch versuchen, ihre Marktanteile bei sinkender Nachfrage dadurch zu halten, dass sie die Preise senken.
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Gysi gegen Lafontaine
Der Kernpunkt war doch, dass eine unnötig aufgeblähte Verwaltung genau so viel rechtssicherheit schafft wie eine effiziente, dafür ungleich höhere Kosten.
Siehe den Versorgungsjob der SPD Rebellin bei der hessischen Zentrale für politische Bildung... Solche Jobs gibts en masse, aber Lebensmittelkontrolleure und Finanz-Fahnder sind knapp.
Schutz der körperlichen Unversehrtheit musste es heissen - beim Schutz vor körperlicher Unversehrtheit wären wir wieder bei Mielke :-)
"Staatsdiener, die nur verwalten stellen keine Güter, die uns als Verbrauchern zur Verfügung stellen her, sie werden vom dem bezahlt was andrere produzieren"
Ist Rechtssicherheit kein Gut? Schutz vor körperlicher Unversehrtheit? Infrastruktur? Verteidigung (nicht am Hindukusch, am Wannsee)? Gesundheit? Bildung, gerade brennend aktuell?
Außer schrillem "starve the biest"- Gekreische, um sich vor der Finanzierung des Staates zu drücken, kommt wirklich nichts aus der neoliberalen Ecke.
Meinen Sie damit die Manager die es bevorzugen ihre Geschäfte auf dem Golfplatz zu tätigen mit: ...die keine Lust haben sich anzustrengen....?
"bleibt mir als Arbeitnehmer kaum etwas von meinem Gehalt übrig, weil Politiker es an andere verteilen, die keine Lust haben sich anzustrengen..."
es ist schlicht nicht mehr zu fassen, wie immer wieder Typen wie Sie daherkommen die der Welt weis machen wollen, das alle Transferempfänger keine "Lust" hätten sich anzustrengen. Das ist eine ganz üble Verdrehung der Tatsachen und ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die trotz intensiver Bemühungen in der einer strukturellen Beschäftigungskrise keinen Job mehr finden, derjenigen die trotz Arbeit auf Transferleistungen angewiesen sind, derjenigen deren Rente trotz einem vollen Arbeitsleben nicht ausreicht um davon leben zu können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens dieser Satz von Ihnen:
"so werde ich meine Ressource Zeit bald auch anders verwenden als arbeiten zu gehen, denn dann habe ich aus mehr Freizeit einen höheren Nutzen."
daraus wird nämlich deutlich, dass genau jene Einstellung die Sie vorgeblich kritisieren und auf andere verallgemeinernd übertragen die Ihre zu sein scheint. Einfach widerlich !
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