Erpressung oder nicht? General Motors will das Elektroauto Ampera nicht in Europa bauen lassen. Die Mitarbeiter sind geladen - und vergleichen das US-Vorgehen mit Karotten-Taktik.
General Motors (GM) pocht auf deutsches Geld, mit Vehemenz. 1,8 Milliarden Euro Staatshilfen wollen die Amerikaner für die Opel-Sanierung einsammeln, allein 1,3 Milliarden Euro davon sollen aus Deutschland kommen.
So soll er aussehen, der Ampera. Hier bei der Präsentation in Genf im vergangenen Jahr. (© Foto: dpa)
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Absage an Europa
Und nun das: GM will die europäisches Version seines künftigen Elektroautos nicht in Europa bauen. Opel-Chef Nick Reilly plane nicht mehr, den Opel Ampera, das Schwestermodell zum Chevrolet Volt, in Bochum oder im britischen Ellesmere Port fertigen zu lassen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Statt dessen werde der Ampera in absehbarer Zeit ausschließlich zusammen mit dem technisch baugleichen Volt in den USA gebaut, schreibt das Blatt.
Angesichts der geringen Stückzahlen stünde eine zusätzliche europäische Fertigung "in den Sternen", heißt es aus dem GM-Umfeld. Der Ampera soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen, die Produktion des Volt sei in Detroit bereits angelaufen.
Der Volt soll im November in den Verkauf gehen. Beide Modelle sollen in Europa angeboten werden und damit als Konkurrenten auftreten.
Ein Sprecher von Opel in Deutschland bestätigte der Zeitung, dass ein zweiter Produktionsstandort von den Stückzahlen abhänge. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sagte dem Blatt: "Ich gehe davon aus, dass das Fahrzeug ab 30.000 bis 40.000 Einheiten pro Jahr auch in Europa gebaut wird."
Anderen Experten zufolge liege die Produktionsgrenze wesentlich höher, berichtet die FTD.
Die Mitarbeiter kritisieren das Verhalten von Reilly, der den Ruf eines knallharten Sanierers genießt, als unseriös: Er locke verschiedene europäische Regierungen mit dem Produktionsstandort. "Reilly hält mit dem Ampera den unterschiedlichen Regierungen die Karotte hin", sagte Betriebsratschef Franz.
Bis auf Großbritannien hat aber noch kein europäisches Land verbindliche Zusagen gemacht.
Der US-Konzern GM, der in rund 40 Tagen das Insolvenzverfahren absolvierte, hatte im November entschieden, dass Opel entgegen den Planungen nicht an den Autozulieferer Magna verkauft werde. Europaweit will GM 10.000 Jobs streichen.
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(sueddeutsche.de/dpa/mel/pak)
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scheint eine beondere Spezialität dieses Herrn Reilly zu sein. GM will nur Kasse machen sonst nichts. Wer einen "Opel"aus Korea kauft ist selber schuld, so man doch weis das dann nichts von Opel drin steckt.
"Bis auf Großbritannien hat aber noch kein europäisches Land verbindliche Zusagen gemacht."
Was wohl daran liegt, dass in UK Anfang Mai Unterhaus-Wahlen sein werden und weder Brown/Labour noch Cameron/Conservative den bösen Buben spielen wollen. Man sieht ja eine deutliche Parallele zum Verhalten der deutschen Politiker vergangenes Jahr.
Ich finde dieses Quasi-Versteigerung die Reilly/GM betreiben, sowohl für die Mitarbeiter in Europa wie auch die Steuerzahler und die Politiker die mit dem Steuergeld umgehen, unerträglich!
Fakt ist darüber hinaus aber auch, dass das Wohl und Wehe von Opel nicht am Ampera hängt.
nicht Kleinwagen, sondern kleine Geländewagen
Mal ganz ehrlich: schon alleine der Preis wird dafür sorgen, dass die Verkaufszahlen von diesem Auto sehr gering sein werden - da macht es einfach keinen Sinn, eine eigene Fertigung für den Volt mit Opel-Logo in Europa aufzumachen.
Und genau wegen den Produktionszahlen ist das erstmal ein Nebenschauplatz ...
Das der neue kleine Kleinwagen in Korea produziert (und vermutlich auch entwickelt) werden soll tut Opel viel mehr weh...