Gesundheitsminister Philipp Rösler zweifelt an der Wirkung der Zehn-Euro-Abgabe, will sie aber trotzdem erhalten. Dafür verspricht der FDP-Politiker eine andere Neuerung.
Die Menschen werden älter, die Ärzte auch. Bald werden Arztpraxen fehlen, sagt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Er will zunächst Anreize schaffen, damit sie sich besser verteilen.
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Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler verteidigt seine Landarztquote. (© dpa)
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SZ: Herr Minister, Sie sagen, Deutschland braucht mehr Ärzte. Aber jeder Deutsche geht im Schnitt 18-mal im Jahr zum Arzt, das ist Weltrekord. Läuft da nicht etwas anderes falsch?
Philipp Rösler: Ich glaube, dass wir mehr Ärzte brauchen, die dann auch in ihrem Beruf arbeiten. Die Patienten werden älter. Deshalb steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung. Zugleich steigt auch der Altersdurchschnitt der Ärzte. Schon heute finden viele niedergelassene Ärzte keinen Nachfolger für ihre Praxis. Die hohe Zahl der Arztbesuche hat viele Gründe. Die von der SPD eingeführte Praxisgebühr hat jedenfalls nicht die beabsichtigte Wirkung gebracht.
SZ: Wann schaffen Sie sie ab?
Rösler: Die Gesetzliche Krankenversicherung kann auf die Einnahmen durch die Praxisgebühr nicht verzichten, sonst fehlen dem System über eine Milliarde Euro. Aber es steht den Krankenkassen durchaus frei, Anreize für Versicherte zu setzen, weniger zum Arzt zu gehen.
SZ: Bei uns bringen Mütter ihre Kinder wegen jedem aufgeschlagenen Knie zum Arzt. In Amerika beispielsweise übernehmen vieles Krankenschwestern.
Rösler: Es gibt in der Tat spannende Modelle. In den USA ist aber die ganze Berufsausbildung anders. Im Rettungswesen etwa gibt es Paramedics, die sind deutlich qualifizierter als deutsche Rettungsassistenten. Und auch den Krankenschwestern werden mehr Kompetenzen zugestanden. Das lässt sich so nicht übertragen. Wir müssen eigene Wege gehen. Ich habe kürzlich eine Landärztin in Mecklenburg-Vorpommern besucht, die eng mit der dortigen Sozialstation zusammenarbeitet. Die Ärztin kann nicht jeden Tag jeden besuchen, aber die Mitarbeiter der Sozialstation berichten ihr. Teamarbeit zwischen den Gesundheitsberufen müssen wir stärken.
SZ: Müssten Sie nicht auch etwas gegen Überversorgung tun? In Berlin etwa arbeiten 100 Hausärzte mehr als rechnerisch nötig, während im 70 Kilometer entfernten Landkreis Uckermark die Ärzte fehlen. Ist das gerecht?
Rösler: Ich glaube nicht, dass man Unterversorgung beseitigt, indem man die Ärzte in gut versorgten Regionen bestraft. Kein Arzt verlegt seine Praxis, weil er Abschläge hinzunehmen hat. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, unterversorgte Gebiete attraktiver zu machen.
SZ: Sie wollen in diesen Regionen die Honorargrenzen für Ärzte abschaffen. Das kostet Geld. Hat der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn recht mit seiner Kritik, dass Sie nur nach neuem Geld rufen, statt das vorhandene besser zu verteilen?
Rösler: In den unterversorgten Gebieten können wir sehr schnell etwas verbessern, wenn wir die Anreize richtig setzen. Und das muss nicht automatisch alles gleich viel teurer werden. Wichtig ist, dass die Versicherten darauf vertrauen können, dass ihr Geld auch in der Versorgung ankommt.
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Rösler im Gespräch und man braucht einen Arzt.
"Als ich in das niedersächsische Landesparlament gewählt wurde, musste ich aus der Bundeswehr ausscheiden, weil es eine Trennung zwischen Legislative und Exekutive gibt"
Zuerst sich verpflichten und dann doch nicht erfüllen, weil man wo anders bessere Chancen sieht - jaja sie mussten ausscheiden - logisch und wenn alle so handeln gibts auch wieder keine Landärzte weil sich in der Stadt die besseren Möglichkeiten auftun.
"Schon heute dürfen die Unis 60 Prozent der Plätze nach anderen Kriterien als der Note vergeben. Ich wäre froh, wenn sie hiervon mehr Gebrauch machen würden."
Wer kriegt diese Plätze? Welche anderen Kriterien?
Die Papa zahlt a la Guttenberg Fraktion? Oder dieses Klientel dass es sich leisten kann nen Studienplatz zu erklagen, um den NC zu umgehen.
Bei diesen 60 Prozent kamen ja wohl schon mal keine Landärzte raus - schon eher schwindlige Politiker!
Ist schon klar. Jeder Bäcker, jeder Metzger, jeder Buchhändler, jeder andere Freiberufler prüft zuerst, ob wirklich Bedarf besteht, weil er als 6 Bäcker in einer Straße, in der die anderen 5 schon nur noch mehr schlecht als recht ein Auskommen finden, nun mal mit der Pleite rechnen muss, aber als Arzt schreie ich laut auf und bekomme dann das gleiche Honoror, als ob ich in einer Gegend wäre, in der ich tatsächlich Kassenpatienten behandeln müsste. Da weiß man doch, wes Geistes Kind der Herr Dr. Rösler ist.
Übrigens, die Zahl der berufstätigen Ärzte ist zwischen 96 und 06 um 32.000 (11 %). Davon niedergelassen Ärzte 23.500 (20 %). Ich muss allerdings sagen, dass die Begründung eines Ärztevertreters, das läge nur daran, dass jetzt so viele Ärzte Teilzeit arbeiten interessant fand. Hätte ich je nichts dagegen, wenn die dann auch nur Teilzeit-Honorar bekämen.
Und noch was, Herr Borchardt und Frau von Hardenberg - Wenn Sie schon immer die 19 Arztbesuche der Deutschen aufs Tapet bringen, dann fragen Sie doch auch mal nach der durchschnittlichen Behandlungsdauer! Recherchieren Sie mal. Das sind interessante Ergebnisse.
Zur Überschrift des Artikels!
Die unter 2% FDP hat uns gar nichts gebracht sondern sie hat uns gekostet!
in den USA 15% und bei uns liegen sie dazwischen.
In allen drei Ländern ist die Lebenserwartung (ein sicheres Indiz für die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens) in etwa gleich, die Qualität der Versorgung ähnlich.
Zu Hinterfragen ist: Warum ist GB doppelt so effizient wie die USA? Wo wird das Geld im Gesundheitswesen am schnellsten versenkt? In welchen Bereichen spart GB am meisten ein?
Nachahmung empfohlen.
Warum die Deutschen so oft zum Arzt gehen? Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten: damit die beiden Untersuchungen abgerechnet werden konnten, weigerte sich die Ärztin, beide schnell hintereinander zu machen (je 3 Min.) - dass ich als Patient dann zwei mal anreisen und warten musste, war ihr egal.
Ich habe die zweite Untersuchung dann allerdings auch woanders machen lassen.
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