Finanzkrise Euro-Zone verschuldet wie nie zuvor

Ob Griechenland oder Portugal - in den Krisenstaaten steigt die Schuldenquote. Das zieht auch den Durchschnitt aller Euro-Länder nach unten. Besonders problematisch ist die Lage in Italien.

Griechenland ist einer Mitteilung der Europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge am Ende des ersten Quartals 2013 mit mehr als 160 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Zum Ende des vergangenen Jahres lag die Quote bei 157 Prozent, vor einem Jahr noch bei 136 Prozent.

Damit führt Griechenland im Euroraum und in der EU weiterhin die Negativliste der Staaten mit dem höchsten Schuldenstand bezogen auf die Wirtschaftsleistung an. Aber auch in Italien, Portugal und Irland steigt die Schuldenquote. So legte Irland in den letzten zwölf Monaten von 107 auf 125 Prozentpunkte zu, die Schuldenquote Portugals stiegen von 112 auf 127 Prozent. Relativ konstant hochverschuldet ist Italien: Den aktuellen 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stehen 124 Prozent im ersten Quartal 2012 gegenüber.

Allerdings sorgt Italien unter Euro-Politikern für mehr Beunruhigung als die Quoten der anderen hochverschuldeten Mitgliedsstaaten. In Griechenland und Portugal ist hauptsächlich die verringerte Wirtschaftsleistung für die hohen Schuldenquoten verantwortlich. In Italien dagegen weigert sich die Regierung in Rom, Strukturreformen anzupacken und ausreichend zu unternehmen, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Portugal und Irland erhalten ebenso wie Griechenland Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber von EU und Internationalem Währungsfonds IWF. Bei der Rettung Griechenlands wird vor allem um diese Schuldenquote des Landes gerungen, die bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent sinken soll. Sie bezeichnet den Anteil der Schulden an der Wirtschaftsleistung.

Erst bei 120 Prozent kann sich ein Land nach gängiger Meinung wieder selbst an den Kapitalmärkten langfristig refinanzieren. Wegen der schrumpfenden griechischen Wirtschaft dürfte die Schuldenquote Griechenlands zunächst aber weiter steigen.

Laut Eurostat stieg auch der Schuldenstand der Euro-Länder insgesamt. Im ersten Quartal wuchs der Wert gegenüber dem Vorquartal von 90,6 auf 92,2 Prozent. Die Schuldenquote Deutschlands sank laut Statistik leicht von 81,9 auf 81,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch Bulgarien, Dänemark, Estland, Lettland und das Vereinigte Königreich verzeichneten einen leichten Rückgang ihrer Schuldenquote.