EU-Kommissar Oettinger "Fracking hat auch in Europa eine Chance"

In Deutschland ist die Fracking-Technologie höchst umstritten - Kritiker sehen bei der Gasförderung Gefahren für Grundwasser und Umwelt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnt hingegen vor einer emotionalen Diskussion und dem Aus der Forschung.

Chemikalien, die mit hohem Druck in die Erde gepresst werden, um eingeschlossene Gase zu lösen: Die umstrittene Schiefergasförderung Fracking löst bei vielen die Angst vor Umweltschäden aus. Die Debatte um neue Technologien wie das Fracking werde aber so emotional geführt, dass sie faktisch zum Aus der Forschung führe, sagte nun der EU-Kommissar Günther Oettinger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). "Deutschland ist so stark, dass es Gefahr läuft, notwendige Projekte, auch den Ausbau der Infrastruktur, zurückzustellen", sagte Oettinger. "Das würde sich im nächsten Jahrzehnt rächen."

Kritiker bemängeln bei der Fracking-Technologie unter anderem, dass die Chemikalien mit Grundwasser in Kontakt geraten könnten. Daneben stellen die bei Fracking besonders zahlreichen Bohranlagen für Kritiker einen Eingriff in die Natur dar.

Oettinger sagte der FAZ: "Das Fracking hat auch in Europa eine Chance." Polen und Großbritannien seien interessiert und auch die Ukraine werde Europa mit Schiefergas beliefern. "Ich rate auch Deutschland, kein endgültiges Nein zum Fracking zu formulieren. Sonst verlieren wir wichtige Kompetenzen."

Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg begrüßte die in Deutschland geführte Debatte über den Strompreis. Das Problem, "dass die Energiepreise ein nicht ungefährliches Niveau erreicht haben", sei erkannt worden. Nötig seien aber keine Strompreisbremse oder niedrigere Stromsteuern, sondern eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), so Oettinger.