Erneuerbare-Energien-Gesetz Ökostrom-Umlage sinkt um 0,07 Cent

  • Die Ökostrom-Umlage soll im kommenden Jahr erstmals in ihrer Geschichte sinken - wenn auch nur geringfügig.
  • Verbraucherschützer fordern Strompreissenkungen auf Basis der gesunkenen Einkaufspreise an der Strombörse.
  • Energiekommissar Oettinger geht trotzdem davon aus, dass die Strompreise weiter steigen werden.

Ökostrom-Umlage soll sinken

Die Ökostrom-Umlage wird für das Jahr 2015 erstmalig sinken, allerdings nur von 6,24 auf 6,17 Cent je Kilowattstunde. Das gaben die vier großen Stromnetzbetreiber in Berlin bekannt (PDF). Ein Grund für das Sinken sei, dass sie für 2014 etwas zu hoch angesetzt worden sei.

Was ist die Ökostrom-Umlage?

Betreiber von Solaranlagen, Windrädern, Wasserkraft- und Biogasanlagen erhalten, auf 20 Jahre garantiert, eine feste Vergütung. Über die Umlage wird die Differenz zwischen dem am Markt erzielten Preis und dem Vergütungssatz gewälzt. Inzwischen beträgt der Ökostrom-Anteil etwa 27 Prozent. Mittelfristig soll die 20-Jahres-Fördergarantie auslaufen. Die Umlage wird von den vier Betreibern von Höchstspannungsleitungen veröffentlicht, sie sind für die Verwaltung des Ökostrom-Kontos verantwortlich.

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Verbraucherschützer fordern Strompreissenkungen

"Es gibt Luft für Strompreissenkungen", sagte der Energieexperte der NRW-Verbraucherzentrale, Udo Sieverding. Auch wenn dies kaum der sinkenden Ökostrom-Umlage zu verdanken sein dürfte: Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden macht sie nur etwa 2,50 Euro weniger im Jahr aus. "Viele Versorger müssten nach unseren Berechnungen die Strompreise senken", sagte Sieverding. Dies hänge mit den auch dank des Ökostroms gesunkenen Einkaufspreisen an der Strombörse zusammen. "Wer in den kommenden Wochen ein Preiserhöhungsschreiben vom Stromversorger bekommt, sollte einen Anbieterwechsel in Erwägung ziehen", sagte Sieverding. Zugleich räumte er ein, dass die Netzentgelte als weiterer Bestandteil des Strompreises ein Unsicherheitsfaktor seien. Er warnte aber davor, dies als Ausrede für weiter steigende oder stagnierende Strompreise zu nutzen. "Seit Jahren beobachten wir, dass Erhöhungen von EEG-Umlage und Netzentgelten 1:1 oder sogar mit Aufschlag weitergegeben werden." Jetzt werde es Zeit für eine Verrechnung mit den gesunkenen Beschaffungskosten.

Energiekommissar Oettinger: "Ausnahmesituation"

Die Grünen haben Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeworfen, eine deutliche Entlastung der Bürger bei den Strompreisen zu verhindern. "Gabriel hat die großzügigen Befreiungen für die energieintensive Industrie ausgeweitet", sagte die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, mit Blick auf die Ökostrom-Umlage für 2015. Die Industrierabatte von etwa fünf Milliarden Euro im Jahr zahlen die anderen Verbraucher mit.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) betonte in den Ruhr Nachrichten: "Hohe und weiter steigende Strompreise werden in Deutschland ein Problem bleiben". Zugleich machte er das Wetter für die Entwicklung der Umlage mitverantwortlich. "Man muss bedenken, dass wir in Deutschland einen schlechten Sommer mit viel Regen und wenig Sonne hatten und deshalb weniger Solarstrom produziert worden ist. Das war eine Ausnahmesituation."