Erdbeben und Tsunamikatastrophe Japan verzeichnet erstes Handelsdefizit seit 31 Jahren

Das schlimme Erdbeben und der anschließende Tsunami im März 2011 haben Japan die erste negative Handelsbilanz seit 1980 eingebracht. Doch auch der starke Yen belastete den Export japanischer Waren.

Japan hat für das vergangene Jahr erstmals seit 1980 ein Handelsdefizit ausgewiesen. Wie die Regierung am Mittwoch in Tokio mitteilte, beläuft sich das Defizit für das gesamte Jahr 2011 auf 2,49 Billionen Yen (etwa 25 Milliarden Euro).

Die Exporte seien um 2,7 Prozent zurückgegangen, die Importe dagegen um zwölf Prozent angewachsen.

Verantwortlich für die negative Bilanz seien unter anderem der starke Yen und hohe Energiekosten sowie die Folgen des schweren Erdbebens und der Tsunamikatastrophe vom 11. März 2011.

Der Tsunami hatte weite Teile des Nordostens des Landes verwüstet und das Atomkraftwerk von Fukushima so stark beschädigt, dass das Kühlsystem ausfiel. Die dadurch verursachte Kernschmelze in einigen Reaktoren führte zu einer weiträumigen Verstrahlung. Es war das schwerste Atomunglück seit der Katastrophe von Tschernobyl.

Heute will der japanische Energieversorger Tepco, der auch das Atomkraftwerk Fukushima 2 betreibt, vorübergehend seinen vorletzten noch aktiven Atomreaktor abschalten. Der Reaktor Kashiwazaki-Kariwa 5 an der Westküste soll zu Wartungsarbeiten für mindestens fünf Monate abgeschaltet werden, teilte das Unternehmen mit.

Bis spätestens Mai sollen auch die verbleibenden drei Reaktoren des Landes vorübergehend abgeschaltet werden. Die japanischen Behörden schreiben vor, Reaktoren alle 13 Monate für mehrere Wochen dauernde Kontrollen herunterzufahren.