Das Gespenst der Öko-Diktatur: Vor der Regierungsentscheidung über den Atomausstieg kämpft die Energiebranche um ihr schmelzendes Kerngeschäft - mit markigen Worten. Es könnte ihr letztes Aufbäumen sein.
Der Tag der Entscheidung rückt näher. Schon am Sonntag könnte im Kanzleramt das Ende der Atomkraft in Deutschland besiegelt werden. Atom-Manager bekommen das Ergebnis diesmal - anders als sonst - erst nach Beschluss zu sehen. "Das ist eine genuin politische Entscheidung", stellt Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) schon mal klar. Für die Atomkonzerne ein weiterer Affront. Sie erhöhen vor dem Wochenende noch einmal den Druck auf die Bundesregierung.
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Ein Luftbild vom Kernkraftwerk Emsland (KKE). (© dpa)
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Mit einer Wutrede griff RWE-Chef Jürgen Großmann in Berlin die CDU und damit auch Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel frontal an. Die CDU gehe wirtschaftlich blauäugig an die Energiewende heran. Deutschland drohe eine "Öko-Diktatur". Großmann warnte die schwarz-gelbe Regierung bei einer großen Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrats vor einem festen Ausstiegsdatum.
Der Konzernchef, der mindestens bis 2025 Atomstrom haben will, polterte, die Energiewende müsse "wenigstens der Prüfung mittels der Grundrechenarten standhalten". Es sollte besser nichts schief gehen, warnte Großmann. Schon ein kurzer "Blackout", rechnete er vor, koste mindestens eine Milliarde Euro.
Manager aller vier Konzerne lassen bereits durchblicken, dass die Atomwende für die Regierung teuer werden könnte. Die Unternehmen prüfen, ob eine Abkehr von vereinbarten Restlaufzeiten in ihr Eigentum eingreift. Nimmt die Regierung die Laufzeitverlängerung zurück, heißt es bei den Betreibern Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, müssten sie die Rechte der eigenen Aktionäre prüfen und geltend machen. Notfalls auch vor Gericht.
Es ist das vielleicht letzte Aufbäumen jener Lobby, die einst als mächtigste der Republik galt. Und noch einmal zeigt der Kampf Wirkung. Die Pläne der Bundesregierung sehen nach Gesprächen zwischen Politik und Wirtschaft hinter verschlossenen Türen bereits wieder Entgegenkommen vor. Teile der Koalition und Ministerien machen sich dafür stark, die Konzerne mit der Streichung der Brennelementesteuer zu besänftigen.
Es wäre eine Milliardenentlastung für die vier deutschen AKW-Betreiber Eon, RWE, EnBW und Vattenfall. Denn eigentlich müssen sie ab sofort 2,3 Milliarden Euro an Atomsteuer pro Jahr zahlen, unabhängig von der Restlaufzeit ihrer Kraftwerke. Das Aus der Sonderabgabe käme einer Finanzspritze gleich. Denn die jungen Meiler der vier Betreiber werden noch Jahre weiterlaufen und dabei hohe Gewinne abwerfen.
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!
intelligent die Sonnenenergie einzufangen, wirft aber ,weil der Nachschub, der nix kostet, nie versiegt, unvorstellbare Gewinne.Da müßten denen mit den Dollarzeichen in der Pupille doch die Augen aufgehen ! Wenn sie keine kleingeistigen Krämerseelen wären, die nur darüber nachsinnen, wie ihr jetzt schon großer Haufen Geld ( z-zt.Papiergeld) noch größer wird.
"Erstaunlich wie leichtfertig sie mit Milliardenbeträgen umgehen."
Die Politiker, die damals den Ausbau der Atomenergie auf Staatskosten beschlossen ? Ja, finde ich auch, allerdings war man damals einfach
noch blauäugiger und dachte, das wäre ein Allheilmittel.
"Ich bin genau so für den Atomausstieg wie die allermeisten anderen Deutschen. Ich bin nur eher für besonnenes Handeln."
Da sind Sie sicher der einzige. Alle anderen sind total für Unbesonnenheit.
( Das klingt ja fast so weise wie der Kalenderspruch von Röttgen,
er sei dagegen "Hals über Kopf aus der Atomenergie auszusteigen"
Als wenn irgendjemand das gefordet hätte ... ;-)
dww
"Nach dieser Klugsch...erei dürfen Sie sich und die weiteren zahlreichen Anhänger ihrer Sekte mit dem Thema Grundlast beschäftigen und wie dieses Problem beseitigt werden kann. "
Grundlast ist "altes Denken", wir werden das zukünftig schrittweise reduzieren und durch die Mittellast ersetzen. Schauen Sie mal hier:
http://www.eurosolar.de/de/images/stories/pdf/SZA%201_2010_Sterner_farbig.pdf
"Aber sagen sie mal, ist dort nicht von einer Versuchsanlage die Rede und ist dort nicht auch die Rede davon das man zur sinnvollen Nutzung entweder eine vorgeschaltete fosiele Energiegewinnung oder eine Biogasanlage benötigt? Als Patetnrezept, so wie sie es darstellen, ist das wohl nicht zu gebrauchen, sondern eher als ein Baustein von vielen."
Das ist eine Pilotanlage, stimmt schon, aber Elektrolyse und thermische Sysnthese von Wasserstoff und CO2 sind als Verfahren ja auch nicht gerade völlig neu: Nennen wir es mal "Prozessoptimierung" ;-)
Schauen Sie mal hier:
http://www.eurosolar.de/de/images/stories/pdf/SZA%201_2010_Sterner_farbig.pdf
Da wird das Gesamtkonzept auf 8 Seiten leicht verständlich dargestellt. Aber Sie haben recht: Es ist nur ein Mosaikstein, jedoch ein äusserst wichtiger, da er eine kostengünstige und technisch leicht umsetzbare Möglichkeit der Langzeitspeicherung (!!!) bietet. Lesen Sie es sich heute abend mal in Ruhe durch...
Paging