Das Chaos auf der Schiene erbost die Kunden und schadet dem Bahn-Image. Und doch: Es nutzt dem Unternehmen in der Diskussion um die Dividende, die sie an den Bund zahlen soll. Fragen und Antworten rund ums Thema Gewinnausschüttung der Bahn.
Warum soll die Deutsche Bahn dem Bund Geld bezahlen?
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Die Bahn wurde in der Ära Mehdorn systematisch auf einen möglichen Börsengang vorbereitet. Investitionen etwa in das Schienennetz oder neue Züge wurden reduziert oder gleich ganz gestrichen. (© dpa)
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Die Bahn ist ein Staatskonzern - alle Anteile gehören dem Bund. In den vergangenen Jahren erwirtschaftete das Unternehmen - emsig auf einen möglichen Börsengang getrimmt - satte Gewinne: 2009 waren es vor Steuern 1,7 Milliarden Euro, in den beiden Jahren zuvor sogar jeweils rund zweieinhalb Milliarden Euro. In Zeiten knapper Kassen will der Bund als Eigentümer des Verkehrsbetriebes nun 500 Millionen Euro davon haben.
Ab wann soll die Bahn eine Dividende an den Bund zahlen?
Ab 2011. Die Dividendenvereinbarung beruht auf einer mündlichen Abmachung zwischen dem früheren Bahnchef Hartmut Mehdorn und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und war Teil des Sparpakets der Bundesregierung. Die Dividende von einer halben Milliarde Euro soll fortan jährlich gezahlt werden - und auf Dauer.
Warum steht die Dividende in der Kritik?
Zunächst gilt: Die Bahn schreibt Gewinne und der Bund ist Eigner des Unternehmens. Es ist also angemessen, einen Teil dieser Gewinne zu fordern. Andererseits subventioniert Berlin den Bahnbetrieb massiv: "Die Bahn bekommt jedes Jahr 2,5 Milliarden Euro vom Bund, um das Schienennetz zu erhalten und auszubessern", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Winfried Hermann (Die Grünen). Andere Politiker nennen noch weit höhere Zahlen. Was die Regierung also an der einen Stelle ausgibt, fordert sie an anderer Stelle zumindest teilweise wieder zurück. Einfacher wäre es, gleich die Subventionen zu kürzen.
Kann sich die Bahn die Dividende leisten?
Die Bahn wurde in der Ära Mehdorn systematisch auf einen möglichen Börsengang vorbereitet. Mehdorn wollte das Unternehmen herausputzen, um es rentabler erscheinen zu lassen. Daher wurden Investitionen etwa in das Schienennetz oder neue Züge zurückgestellt, reduziert oder gleich ganz gestrichen. Das rächte sich schon bei widrigen Witterungsverhältnissen. Kaum ist es etwas heißer oder kälter als üblich, hat die Bahn Schwierigkeiten, den regulären Betrieb aufrechtzuerhalten.
Wie reagiert die Politik?
Die Länder wollen, dass der Bund auf die Gewinnausschüttung verzichtet und stattdessen das Geld in das Unternehmen investiert. Das Finanzministerium lehnt dies allerdings ab: Die Dividende sei im Bundeshaushalt 2011 längst eingeplant. Daran werde nicht mehr gerüttelt. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) versucht sich darum nun an einer Gratwanderung: Er will an der Dividende festhalten, doch das Geld indirekt wieder der Bahn zugutekommen lassen. Es sei "nichts Ungewöhnliches, eigentlich etwas völlig Normales, dass der Eigentümer eines Unternehmens, wenn das Unternehmen gut wirtschaftet, auch einen Teil des Gewinns als Dividende entnimmt", sagte Ramsauer. Er werde beim Bundesfinanzminister aber darauf drängen, dass die Dividende "weitestmöglich" für Investitionen in den Verkehrsbereich genutzt werde.
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(sueddeutsche.de/hgn/mel)
Gysi gegen Lafontaine
Geschenk für die die Privatanleger werden. Dafür muß Gewinn her. Der Gewinn der BAhn sind letzlich aber nur reduzierte Ausgaben, die jetzt langsam und deutlich die Versäumnisse darlegen und zu einem Investitonsstau führten. Das macht das Geschenk weniger hübsch und der Bund grämt sich. Ändern wird er daran nichts, im Gegenteil, er wird VOlkseigentum eben billiger verschenken, hauptsache es kommt Geld in die Kasse. Wir können nur dazu beitragen, dass das Geschenk noch unattraktiver wird, in dem wir es boykottieren und sich auch die Einnahmeseite weiter verringert. Wenn die Bahn nahezu nicht mehr rollt, kauft sie auch niemand mehr. vielleicht hat sich ja bis dahin eine regierung darauf besonnen, volkseigentum zu behalten, auszubauen und zum wohle des volkes zu nutzen. jaja, ich träume halt imer noch von der guten heilen welt.
... die Dividende den Bahnzockern überlassen wird, sollen die erstmal zeigen, dass sie mit Geld umgehen können und etwas von Bahnfahren verstehen.
Beides ist aber nicht der Fall.
Sie können nicht mit Geld umgehen, weil sie es, statt in eine vernünftige Infrastruktur in größenwahnsinnige Großprojekte investieren. Um den ganz normalen Betrieb aufrecht zu erhalten hat man kein geld, baut aber einen milliardenteuren Bahnhof, der weniger als eine halbe Stunde Zeitgewinn auf einer einzigen Strecke bringen könnte.
Sie verstehen nichts vom Bahnfahren, sonst hätten sie sich längst mit Organisationen wie ProBahn zusammen gesetzt, statt diese zu bekämpfen. Die Bahnfahrer wissen nämlich was nötig ist, nicht die Manager und Dienstlimosinenfahrer.
weil dieser in einem nicht unerheblichen Maße durch die Bezuschussung von Bund/Ländern positiv beeinflußt wird!? - Dazu gehört die Bezuschussung der Infrastrukturkosten, wie auch die Gewinnanteilen aus den "Bestellerentgelte" (die werden offensichtlich immer vergessen!), die Verkäufe aus dem Beteiligungsportfolio, die Erlöse aus der Veräußerung von Anlagevermögen;- und die (zu geringe) Abschreibungshöhe, auf ein vermutlich mit der Bahnreform unterbewertetes Anlagevermögen!?
Und eines läßt sich sicherlich auch zweifelsfrei feststellen: Mit Veräußerungen wie von der Tochtergesellschaft Aurelis (rund 1.500 Grundstücke mit 27 Mio. qm, mit einem Erlös von rund 1,640 Mrd. Euro), dem Verkauf der Anteile an der Fährgesellschaft Scandlines (mit einem Erlös von rund 800 Mio. Euro), durch das Immobiliengeschäft im Zusammenhang mit "Stuttgart21" (mit einem Ertrag von 639 Mio. Euro), ist auch Tafelsilber der DB AG veräußert worden!
Daraus folgt: Das was als "Dividende" an den Bund „aus dem Gewinn“ gezahlt werden soll, ist doch zu einem nicht geringen Teil über die Bezuschussung von Bund/Ländern vorab an die Bahn geflossen!
Würde man zudem unterstellen müssen, dass tatsächlich das Anlagevermögen mit der Bahnreform zu niedrig bewertet worden ist - also der Abschreibungshöhe nicht der reale Wertverzehr gegenüber steht - würde durch die Dividendenzahlungen das Unternehmen Bahn wirtschaftlich noch weiter geschwächt werden!- Was ist das für ein Politikansatz...
Ja-ja,
bevor irgendwelche zweitrangige Interessenten eines Unternehmens befriedigt werden, sollten die Missstände beseitigt sein und die Kunden zufrieden gestellt werden. Dazu meine Beispiele: Tür klemmt, läßt sich nicht schließen - resultierende Verspätung 1 Stunde. Heizung funktioniert nicht - keine Entschädigung für den Kunden, jedoch resultierender krankheitsbedingter Ausfall: 3 Tage. Verspätete Züge, jedoch keine Wartegelegenheiten mehr an den Bahnhöfen (siehe Hbf M: Wartebereich wurde zu einer Autovermietung umgebaut).
Deshalb: zuerst die Kunden zufrieden stellen. Da gibt es enormen Nachhol- und Re-Re-Strukturierungsbedarf.
... und ich bin der Weihnachtsmann und bereite mich auf meine Aufgaben am 24.12.2011 vor.
Ganz einfach, weil die LKW-Abgaben (Maut) pro gefahrenen Tonnenkilometer namens LSVA (Leistungsabhängige Strassenverkehrsabgabe) zu 2/3 direkt in die Infrastruktur der Bahn einfliessen.
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Bahninfrastruktur benötigt immense Investitionen und kann gar nicht mit einem normalen Firmensystem einhergehen - vorallem wenn gespart werden muss oder unbedingt Gewinn abgeworfen werden muss.
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Schäuble sieht nicht, dass die Bahn eine Dienstleistung als Wirtschafts-Komponente eines ganzen Staates übernehmen muss und bei zusehender Unzuverlässigkeit des Schienentransports ausländische Investoren abschreckt.
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