Bedingungsloses Grundeinkommen Was wäre wenn?

Arbeitsmarkt, Ausbildung, Freizeit: Süddeutsche.de hat Experten gefragt, was sich in Deutschland mit einem bedingungslosen Grundeinkommen ändern würde. Wenn jeder genügend Geld bekäme, um sich satt zu essen, eine Wohnung zu mieten, Medikamente zu bezahlen und sich zu bilden. Ginge es dem Land besser?

Von Larissa Holzki

Was bedeutet das bedingungslose Grundeinkommen für die soziale Anerkennung von Arbeitslosen?

"Die Meinung, Hartz-IV-Empfänger sind nicht in der Lage, ihr Leben selbst zu organisieren, ist in Deutschland weit verbreitet. Dieser Stigmatisierungs-Mechanismus würde bei einem Grundeinkommen entfallen. Heute sind viele Arbeitslose gezwungen, Jobs anzunehmen, die schlecht bezahlt sind, prekäre Bedingungen bieten und mit ihrer Ausbildung nichts zu tun haben. Für sie und andere wäre das Grundeinkommen eine Ausstiegsoption. Sie könnten sich bürgerschaftlich engagieren, was viele von ihnen heute schon tun. Nicht zu vergessen ist aber, dass es kaum leichter werden wird, die gewünschte Anstellung in räumlicher Nähe zu finden."

Klaus Dörre ist Soziologe an der Universität Jena und erforscht die Auswirkungen des Hartz-IV-Systems.