Bahnunglück in Oberbayern Wer die Meridian-Züge betreibt

Ein Zug der Bahnlinie Meridian

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge in der Nähe von Bad Aibling sind am Morgen mehrere Menschen ums Leben gekommen.
  • Es handelt sich um zwei Meridian-Züge, die von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betrieben werden. Die BOB wiederum gehört zum französischen Bahnkonzern Transdev.
Von Vivien Timmler

Gegen 6.40 Uhr morgens sind bei Bad Aibling in Oberbayern zwei Züge frontal zusammengestoßen. Es handelt sich dabei um Züge der Marke Meridian, die von der Bayrischen Oberlandbahn (BOB) betrieben wird.

Der Meridian ist die neueste Marke des privaten Eisenbahnverkehrsunternehmens. Erst Ende 2013 war die Bahn mit drei Hauptstrecken ans Netz gegangen und bringt seitdem Fahrgäste von München nach Salzburg und Kufstein sowie über Holzkirchen nach Rosenheim. Auf einer eingleisigen Passage auf letzterer Strecke, zwischen Bad Aibling und Holzkirchen auf Höhe des Klärwerks, ereignete sich das schwere Bahnunglück.

Die BOB beschreibt den Meridian auf ihrer Homepage als "neue hochmoderne Eisenbahn". Insgesamt 35 neue Züge seien auf den drei Stecken in Betrieb. Die Züge stammen demnach vom Hersteller Stadler aus Berlin-Pankow und fahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde.

BOB-Geschäftsführer zum Bahnunglück

Die Ursache des Unfalls, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen und nach Polizeiangaben etwa 100 Menschen verletzt wurden, ist bislang noch unklar. "Der Unfall ist ein Riesen-Schock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen", sagte der Geschäftsführer der BOB, Bernd Rosenbusch, in einer Pressemitteilung. Der Dank gelte den Einsatzkräften und Mitarbeitern, die so schnell Hilfe geleistet hätte, so der technische Geschäftsführer des Unternehmens.

Die BOB transportiert nach eigenen Angaben zehn Millionen Fahrgäste jährlich. Das Unternehmen ist Teil des französischen Mobilitätsdienstleisters Transdev. Transdev ist in Deutschland mit etwa 5000 Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 850 Millionen Euro der größte private Nahverkehrsanbieter im lokalen Bahn- und Busbereich.

Auch international ist das 1990 gegründete Unternehmen zu einem mächtigen Konzern herangewachsen: Die Transdev-Gruppe hat weltweit 83000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von knapp sieben Milliarden Euro. Sie gehört zu gleichen Teilen dem Energie- und Transportunternehmen Veolia Environnement und dem französischen Finanzinstitut Caisse des Dépôts. Die beiden sind demnach auch die Eigner der Bayerischen Oberlandbahn.

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