Autoindustrie BMW spielte falsche Abgas-Software auf Tausende Diesel

Das BMW-Verwaltungsgebäude in München.

(Foto: dpa)
  • Der Konzern räumt ein, in 11 700 Autos der Baureihen 5 und 7 eine falsche Software zur Abgasreinigung eingebaut zu haben.
  • Offiziell stellt BMW die Angelegenheit als "Irrtum" da.
  • Es gebe keine Hinweise auf weitere Versehen.
Von Max Hägler

Der Autobauer BMW hat am Freitag Abend in einer Erklärung eingeräumt, in 11 700 Autos der Baureihen 5 und 7 eine falsche Software zur Abgasreinigung eingebaut zu haben. Diese habe zu einem erhöhten Abgasausstoß geführt, sagte ein Sprecher. Der Spiegel hatte gemeldet, dass der Konzern schon am Donnerstag gegenüber dem Kraftfahrzeug-Bundesamt (KBA) eingeräumt habe, eine Software in gleich zwei Modellen aufgespielt zu haben, die das Abgassystem der Diesel manipuliere.

Offiziell stellt BMW die etwas komplizierte Angelegenheit als "Irrtum" dar. Demnach gehe es um Fahrzeuge mit einem 3-Liter-Diesel-Motor (N57B30S1); meist sei bei diesem Aggregat ein teurer Harnstoff-Katalysator verbaut worden, bei den betroffenen Motoren jedoch nicht. Die Abgassteuerung habe das jedoch angenommen, weil eine "falsch zugeordnete" Software dem Autos das vormachte, sagen sie bei BMW. Dadurch seien die beiden vorhandenen Katalysatoren (Abgasrückführung und Stickoxid-Speicherkatalysator) nicht so angesteuert worden, dass sie die Abgase bestmöglich filtern.

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Das KBA und das Bundesverkehrsministeriums nahmen noch nicht offiziell Stellung. Die Feststellungen fallen vor allem deswegen auf, weil BMW-Vorstandschef Harald Krüger und seine Vorstandskollegen stets betonten, dass es keine Abschalteinrichtungen bei BMW-Diesel-Autos gebe. Diese Aussage gelte weiterhin, sagte ein Sprecher des Unternehmens: BMW-Autos seien nicht manipuliert. Von dem "blöden Fehler", der per Update zwischen März 2012 und Februar 2017 auf vier verschiedene Allrad-Wagen aufgespielt worden sei profitiere niemand bei BMW: Diese Autos hätten auf der Straße und auf den Prüfständen schlechte Werte. Wie so eine falsche Zuordnung trotz zahlreicher Qualitätsprüfungen zustande kommt, ist bislang noch unklar.

Umwelthilfe hatte überhöhte Abgaswerte gemessen

Die Ergebnisse der Untersuchungen habe man "in den vergangenen Tagen" den Behörden mitgeteilt, sagte ein Sprecher. Es gebe keine Hinweise darauf, dass so ein Versehen anderswo auch passiert sei; entsprechend würden derzeit auch keine anderen Motoren untersucht.

Wie es aus Konzernkreisen heißt, habe man einen 750d mit dem betroffenen Motor seit Jahresbeginn selbst getestet, nachdem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zuvor überhöhte Abgaswerte gemessen hatte. Auch dies ist insofern bemerkenswert, als BMW erst in den vergangenen Tagen DUH-Messergebnisse als "unseriös" gescholten hat.

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