Angefangen hat der Kampf draußen in Ashulia, 30 Kilometer vor der Stadt, dort, wo vor einigen Jahren nichts war außer Natur. Nach Ashulia fuhren die Menschen früher, um sich von der giftigen Luft Dhakas zu erholen, sie tuckerten mit Ausflugsbooten über den weiten Ashulia-See und gingen durch die satten, grünen Reisfelder. Doch die Stadt frisst sich immer weiter hinein in das Grün. Und mit ihr die Industrie. Mehr als 250 Textilfabriken gibt es mittlerweile in der Gegend. Sie produzieren Kleidung für H&M und Zara, für Carrefour und Walmart und für viele andere. Billig und schnell.
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5000 Taka, mit dieser Forderung gingen die Arbeiter am Samstag, den 19. Juni, auf die Straße. Die meisten von ihnen Frauen. Am Montag marschierten dann Zehntausende aus den Fabriken auf die Straßen und forderten einen höheren Lohn. Es dauerte nicht lange, bis Fabriken gestürmt und demoliert wurden, die Polizei schoss mit Tränengas und Gummigeschossen auf die randalierenden Arbeiter, Steine wurden geschmissen, Autos angezündet, Fenster zerschlagen. Am Dienstag wurden 700 Fabriken geschlossen. Fabrikdirektoren jammerten, dass sie die Forderungen ihrer westlichen Auftraggeber nicht werden erfüllen können. Und auf den Straßen ging der Kampf weiter. Es gab Verletzte. Siddiqur Rahman, Vizepräsident der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association, sprach von "Anarchie".
Viele Versprechungen
2,5 Millionen Menschen arbeiten in den Bekleidungsfabriken des Landes. Die Textilindustrie ist der wichtigste Industriezweig, sie erwirtschaftet fast 80 Prozent von Bangladeschs jährlichen Exporteinnahmen von 15 Milliarden Dollar. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Textilarbeiter ihre Macht erkennen und nicht nur in kleinen, gelegentlichen Aufständen eine bessere Bezahlung fordern, sondern alle gemeinsam und so laut, dass der Rest der Welt nicht mehr weghören kann. Der Gewerkschaftsführer Mosherefa Mishu antwortete fast schon spöttisch auf das Angebot der Textilfabrikbesitzer, auf die 1622,50 Taka Mindestlohn 327 Taka draufzulegen. "Das ist absolut nicht genug, wir fordern 5000 Taka", sagte er und meinte dann, dass die Fabrikbesitzer mit der Schließung der Fabriken doch nur die Regierung beeinflussen wollten.
Als die Fabriken ein paar Tage danach wieder öffneten, wurden sie von Hundertschaften der Polizei bewacht. Die Fabrikbesitzer versprachen, auf die Forderungen einzugehen. Und die Regierung versprach, den Mindestlohn für die Beschäftigten in der Textilbranche Ende Juli anzuheben. Man rief die Arbeiter zur Geduld auf. Jeans-Hersteller Levi Strauss und die französische Supermarktkette Carrefour hatten bereits im Januar höhere Mindestlöhne gefordert. Aber dann wurden drei der führenden Demonstranten rausgeworfen. Deutlicher konnten die Fabrikbesitzer nicht zeigen, was sie von Arbeiterrechten halten.
Seitdem sind sie nun wieder auf der Straße, die wütenden Frauen und Männer von Ashulia. Als dann am Montag auch noch der 28-jährige Textilarbeiter Al Amin bei einer der Demonstrationen erschossen wurde, war das Maß voll. Dann zogen sie mit ihren bunten Kleidern und Tüchern, mit ihren glitzernden Ohrringen und golddurchwirkten Saris in die Straßen der Hauptstadt Dhaka und gaben den Schildern in unseren Hosen und T-Shirts endlich ein Gesicht.
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(SZ vom 03.07.2010/hgn)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Wenn Karin Steinberger schreibt, dass man über die Jahre nichts gehört hat über, Bangladesch, dann stimmt das nur sehr bedingt. Die Öffentlich-Rechtlichen haben vor einigen Jahren über die überaus Menschen verachtende Methoden in dem Land berichtet. Und man hat gezeigt, dass diejenigen, die mehr Geld haben oder eine Gewerkschaft gründen wollten, fristlos entlassen wurden. Gleichzeitig haben die Firmen gleich dafür gesorgt, dass die betreffenden Personen auch bei anderen Firmen keine Arbeit mehr fanden. Es würden auch unglaubliche Behausungen gezeigt, in den die Menschen leben. Doch wir als Konsumenten sind mitschuldig, weil wir ja sooo gerne Schnäppchen kaufen. Leider sind auch hierzulande diverse Unternehmen scheinheilig genug, sich irgend welche Urkunden über UNICEF geben lassen, weil ja auch Kinderarbeit verboten ist. Selbstverständlich weis man in den Unternehmen, dass besagte Urkunden plumpe Fälschungen sind. Aber buis das herauskommt, hat man schnell einige Millionen Umsatz gemacht - und kräftig verdient! Es sind aber auch - und vor allen Dingen - die Medien gefordert, die Sensibilität hierzulande zu fördern und gleich das Kind beim Namen zu nennen, damit die Konsumenten sich beim Kauf ihrer Waren entsprechend verhalten können. Man darf aber nicht übersehen, dass bei manchen Angeboten offensichtlich ist, dass da einiges nicht stimmen kann! Oder wie will man erklären, dass eine Hose 10 € kostet, dafür ein Transport über tausende Kilometer, Zoll, MWST. und Logistik hierzulande nötig ist?? Und der Verkäufer möchte ja auch noch verdienen. Also, einfach ein wenig nachdenken beim Kauf.
Bisher wurden die Aufträge für den Bund gestreut.Wenn Trigema diesen Auftrag erhalten hat zeigt das nur das der Preis und die Qualität stimmt.
Was zu der Annahme führen muss das der Preis bei Produzenten im Ausland stimmt aber die Arbeiter trotz des Kostenvorteile nicht ihre Leute anständig bezahlen.
Das ist ja der unanständige Teil dieser Sache wie man mit seinen Mitarbeitern umgeht!!
Trigema produziert auch hier und nagt nicht am Hungertuch.
Das liegt an der Verantwortlichkeit des Unternehmers der eben nicht dort produziert sondern hier!
Was hat er denn geschrieben der Kapitän Olga?
da ansetzen wo man hebeln kann, Verzicht auf Konsumgueter aus Billiglohnlaendern.
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