Argentinien Im Benetton-Land

Privatisierte Steppe: Benetton lässt Schafe auf seinen Ländereien in Südamerika grasen – die Hirten sind oft Nachkommen der Ureinwohner.

(Foto: Diego Giudice/Bloomberg)

Der Modekonzern hat in den Neunzigern viel Land in Argentinien gekauft, das einst den Mapuche gehörte. Aktivisten fordern es zurück. Die Reaktion der Regierung offenbart die Ignoranz der von Europäern abstammenden Oberschicht.

Von Boris Herrmann, Rio de Janeiro

Argentiniens Staatspräsident Mauricio Macri trat Ende vergangener Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf. Er sprach über das geplante Freihandelsabkommen zwischen dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur und der EU. Dabei fiel auch dieser Satz: "Ich glaube, dass dieses Abkommen ganz natürlich ist, denn in Südamerika stammen wir alle von Europäern ab."

Da ist der Präsident entweder falsch informiert, oder aber es spiegelt sich in seiner Aussage eine Geisteshaltung wider, welche die Machtverhältnisse in der westlichen Hemisphäre bis heute prägt. Macri ist ein ...