Bruttoinlandsprodukt Deutsche Wirtschaft mit großem Plus - BIP steigt um 1,7 Prozent

  • Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2015 um 1,7 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Zuwachs seit 2011.
  • Grund sind zum Beispiel der starke Export, die niedrige Arbeitslosigkeit, geringe Preissteigerungen und vergleichsweise starke Lohnzuwächse.

Die deutsche Wirtschaft ist 2015 so stark gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Vor allem die Kauflaune der Verbraucher sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent stieg, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Für das laufende Jahr gehen die Erwartungen weit auseinander. Optimisten peilen ein Anziehen der Konjunktur von mehr als zwei Prozent an. Pessimisten hingegen rechnen nur mit einem Wirtschaftswachstum von knapp über einem Prozent.

Gründe für den BIP-Anstieg

Hintergrund des Wachstums sind zum einen die guten Exportzahlen. Die niedrigen Zinsen und der schwache Euro sorgen dafür, dass deutsche Waren im Nicht-Euro-Ausland besonders günstig sind, was die Exporte weiter ankurbelt. Hintergrund ist das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), das den Euro-Kurs gegenüber anderen Währungen drückt.

Mitverantwortlich für den Anstieg des BIP ist außerdem die gute Lage am Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit zählt für das vergangene Jahr 2,8 Millionen Menschen ohne Job - so wenig waren es zuletzt 1992. Durch die steigende Beschäftigung haben viele Menschen mehr Geld - das fördert den Konsum der privaten Haushalte. Auch die Tariflöhne sind vergleichsweise stark gestiegen. Hinzu kommt, dass die Preise in Deutschland nur gering gestiegen sind, 2015 um 0,3 Prozent.

Auch der niedrige Ölpreis, der sich für die Verbraucher auf der Nebenkostenabrechnung und an der Tankstelle bemerkbar macht, fördert den Konsum der Verbraucher. Mancherorts kostete am Mittwochnachmittag ein Liter Diesel sogar weniger als 90 Cent.

Was das BIP beschreibt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigt an, wie gut oder schlecht sich die Wirtschaft eines Landes entwickelt. Eingerechnet wird alles, was in einem bestimmten Zeitraum im Inland hergestellt wird, auch der Wert von Dienstleistungen fließt mit ein. Berücksichtigt werden alle Wirtschaftsbereiche vom Handwerker bis zu Handel, Banken, Industrie, Landwirtschaft und staatlichen Leistungen wie Investitionen in Straßen. Größter Posten ist der private Konsum. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der sogenannte Außenbeitrag, also die Differenz dessen, was Unternehmen ins Ausland exportieren und von dort importieren.

2014 hatte das BIP um 1,6 Prozent zugelegt, 2013 gab es für Europas größte Volkswirtschaft nur ein mageres Plus von 0,3 Prozent.

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